Jenny Dewar und Frank Stewart, die Liebenden in Tom Harlins kleinem Roman Einmal im Leben (bei Franz Schneekluth, Darmstadt), sind Nachbarskinder. Als sie vierzehn Jahre alt sind, entdecken sie ihre Liebe füreinander und schwören sich in kindlichem Eifer, aufeinander zu warten und sich dereinst zu heiraten. Beide sind arm, beide müssen schon früh Geld verdienen. Jenny findet eine Stellungen der Stadt, Frank wird Grubenarbeiter wie seine Brüder und die Generationen Vor ihm. Die Trennung läßt die Liebe der beiden nicht erkalten, sie fühlen sich sicher und geborgen darin. Frank, durch Arbeitslosigkeit zum Vagabundieren verlockt, sucht in jedem Mädchen Jenny, und Jenny hält ihm die Treue über Jahre, in denen er überhaupt nichts von sich hören läßt. Er verzettelt sich und heiratet Harriet, die aus dem gleichen Dorfe’stammt wie Jenny und er selbst. Die Liebe zu Jenny aber und ihre zu ihm hört auch dann nicht auf, als Jenny ihrerseits einen anderen Kumpel geheiratet hat.

Die schlichte, wie kunstlos wirkende Erzählung umreißt in kühlem, sachlichem Ton die Geschichte einer Liebe, wie wir sie allerorts finden können. Unauffällig, unaufdringlich vergeht, – was einmal erträumt wurde. Aber der köstliche Schimmer vertanen Glücks breitet sich tröstlich darüber. E. V.