Wer in diesen letzten fünf Jahren auf die höchst positiven Ergebnisse einer durch die Währungsreform wieder "rechenhaft"gewordenen, wieder mit dem einheitlichen Wertmaßstab eines funktionsfähigen Geldes ausgestatteten Volkswirtschaft hinwies, befand sich bei einer solchen positiven Wertung der Entwicklung in keiner eindeutigen Situation. Immer wieder wurde ihm nämlich,( und von den verschiedensten Seiten — keineswegs nur von Gewerkschaftsfunktionären und grundsätzlich oppositionellen Politikern) entweder entgegengehalten, daß der wirtschaftliche Aufschwung nicht "echt"sei, sondern nur eine " kurzfristige Scheinblüte" darstelle (" der Schwindel von der sozialen Marktwirtschaft") oder aber, daß die unbestreitbaren Erfolge dieser Verknüpfung — gute Währungspolitik gekoppelt mit zunehmender Anwendung marktwirtschaftlicher Prinzipien — letztlich doch auf Kosten der sozialen Gerechtigkeit gingen. Wie liegen nun die Dinge in Wirklichkeit?— Mit der Behauptung, daß es sich bei den Erfolgen der Marktwirtschaft, wie sie dank einer mit großer Klugheit geführten Zentralbankpolitik erreicht worden sind, nur um Schein und Trug handelte, brauchen wir uns heute nicht mehr lange aufzuhalten: Dazu sprechen die Tatsachen ( und nicht nur die Statistiken, die ja allenfalls, zum Teil wenigstens, künstlich aufgepulvert sein könnten ) eine allzu eindeutige Sprache. Sehr viel schwieriger ist die Widerlegung der Einwände, die gegen die " ansoziale Natur" des wirtschaftlichen Fortschrtts dieser letzten Jahre erhoben zu werden pflegen. Beginnen wir mit der Kritik einiger der "üblichen" statistischen Taschenspieler Kunststücke. Da hat in der Kritik an den "marktwirtschiftlichen" Erfolgen ( bis vor Jahresfrist etwa und in "N?chzügler" Stimmen bis heute) eine sehr bedeutsame Rolle die Behauptung gespielt, daß sich der Lohnanteil an den Erträgnissen der industriellen Produktion ständig verringert, der Uniernehmeranteil "entsprechend" erhöht habe Auf diese Berechnungen, die besonders von gewerkschaftlicher Seite kolportiert worden sind, hat dann die Arbeitgeberorganisation mit folgendem erwidert: sogar nach Angaben des Wirtschaftswissenschaftlichen Instituts der Gewerkschaften sei im Jahre 1952 der Lohnanteil höher gewesen, ah je f uvor in den Jahren seit 1948; er habe nämich nahezu 49 v. Hbetragen. Die restlichen 51 v. H, aber dürfe man nicht etwa, wie das immer wieder geschehe, als "Unternehmeranteil"ansehen. Denn davon entfielen auf den Staat ( insbesondere in einer Eigenschaft als Treuhänder für den " dritten Sozialpartner", die aus sozialen Hilfeleistungen Versorgten also) 30 3v. H, auf Zinsen für Kredite 25v. H, auf "Abschreibungen"(Ersatzinvestitionen) und Netto Anlagenzuwachs 11 3v. H, auf den "echten" Unternehmeranteil endlich 7v. H. weiterhin als Fürsorgeempfänger.

durch Fürsorgemittel unterhalten.