Daß es mit der Publizität mancher Gesellschaften nicht gerade vorbildlich bestellt ist, wird jeder bestätigen können, der in den letzten Jahren regelmäßig Hauptversammlungen besucht hat. Ihre Einförmigkeit ist oft geradezu peinlich; sie zeigt, wie wenig es die Unternehmen verstanden haben, in Kontakt mit ihren Aktionären zu kommen. Hauptversammlungen, in denen die Aktionäre von ihrem Recht auf Auskunft aktiv Gebrauch machen, sind leider so selten, daß Ausnahmen festgehalten zu werden verdienen.

Der Abschluß, den die Deutsch-Asiatische Bank ihren Aktionären vorzulegen hatte, war in Anbetracht der eingebüßten Vermögenswerte in China und anderer Kriegsfolgeverluste alles andere als erfreulich. Die Bank stand nach dem Kriege praktisch vor dem Nichts, und nur mit tatkräftiger Hilfe der Konsortialbanken konnte die bisherige Niederlassung in Hamburg als Außenhandelsbank in Funktion treten. In einer solchen Situation muß eine DM-Eröffnungsbilanz, die nach der Sitzverlegung von Schanghai nach Hamburg aufgestellt wurde, ein von anderen Bankbilanzen völlig verschiedenes Aussehen erfahren, das für den Uneingeweihten nur schwer verständlich ist. Hier scheuten sich die Aktionäre nicht, Punkt für Punkt Aufklärung zu verlangen, die ihnen von dem AR-Vorsitzenden Hermann J. Abs nicht nur in einer äußerst verbindlichen Form, sondern darüber hinaus auch möglichst erschöpfend gegeben wurde. Wenn Abs in seiner Auskunfterteilung manchmal die Grenzen des vor diesem Forum überhaupt zu Verantwortenden streifte, haben es die Aktionäre, die meist schon seit Jahrzehnten mit dem Institut verbunden sind, dankbar empfunden. Die Verluste sind dadurch nicht weniger schmerzlich, aber sie lassen sich zweifellos leichter tragen, wenn der Aktionär sich einer Verwaltung gegenübersieht, die bereit ist, in aller Offenheit frei von jeglicher Schönfärberei Rechenschaft abzulegen. K. W.