Hafentage haben stets eine zweifache Bedeutung: einmal gilt es, die binnenländischen Gäste mit den Hafen- und Umschlagsanlagen vertraut zu machen, und zum anderen, um den Dank des Hafens und seiner Stellen bei dieser Gelegenheit auszusprechen. Die Hansestadt Bremen hatte kürzlich über hundert Vertreter der verladenen Wirtschaft aus dem Ruhrgebiet eingeladen. Man nannte dieses Zusammentreffen nicht „Hafentag“, aber der Sinn dieses Zusammenkommens war der gleiche.

Die Industrie braucht die Häfen; aber vielleicht noch stärker sind die Hafen, auf das Hinterland angewiesen. Das wird besonders durch die Abtrennung der Sowjetzone deutlich. Doch auch sonst ist den Häfen viel Transitgut verlorengegangen. So galt es und gilt es heute in verstärktem Maß, die-Verbindungen mit der exportorientierten Industrie, enger zu knüpfen. Um zu dokumentieren, wie eng diese Verbindung Bremens mit dem Rhein-Ruhr-Gebiet ist, nannte Bürgermeister Kaisen folgende Zahl: 21 v. H. der umgeschlagenen Güter stammten im vergangenen Jahr aus diesem Einzugsgebiet. Zweifellos drückt diese Zahl das Vertrauen der Wirtschaft dem Hafen gegenüber aus. Und dieses Vertrauen beruht nicht zuletzt auf der Leistungsfähigkeit, auf der Exaktheit: und der Schnelligkeit, die heute wieder in den Häfen erreicht wird.

In den westdeutschen Nordseehäfen ist in den letzten Jahren viel aufgebaut worden. Aber eine Menge bleibt noch zu tun, denn die Kriegsschäden sind – z. B. in Bremen – erst zu rund 60 v. H. beseitigt. Daß beträchtliche Mittel erforderlich sind, um die Häfen noch leistungsfähiger zu machen, diese Einsicht dürften bei aller Anerkennung des bisher Erreichten auch die Vertreter von Rhein und Ruhr gewonnen haben. Denn der Ausbau der Häfen in Bremen – und selbstverständlich auch in Hamburg – geschieht im Interesse eines schnellen und reibungslosen Umschlages, von dem nicht zuletzt auch die Industrie profitiert. W. S.