Demag in scharfem Wettbewerb auf den Exportmärkten. Die Demag AG (Deutsche Maschinenbau-Unternehmungen AG), Duisburg, die der HV am 19. Juni für 1952 eine auf 7 (1950: 5) 1951: 6) v. H. erhöhte Dividende auf 42,4 Mill. DM AK vorschlägt, legte den Geschäftsbericht 1952 vor. Darin kommt zum Ausdruck, daß das Unternehmen in den Rationalisierungsmaßnahmen stark gehemmt ist, einmal durch das Ausbleiben der gesetzlichen Regelung der Entschädigungsansprüche für demontierte Maschinen und zum anderen durch die geradezu konfiskatorische Höhe der Steuern. Allein 1952 betrug der Kapitalentzug durch Steuern nicht weniger als 27,6 Mill. DM, entstanden teilweise durch Nichtanerkennung von Rückstellungen für 1951 seitens der Finanzbehörden, zum größten Teil jedoch aus dem Geschäft in 1952. Die Berechnung zeigt, daß der Steuerbetrag 1952 nicht weniger als 928,8 v. H. des Dividendenbetrages bzw. 65 v. H. des Aktienkapitals bzw. 51,5 v. H. der gesamten Löhne und Gehälter bzw. 38,2 v. H. des Eigenkapitals in Höhe von 72,2 Mill. DM ausgemacht hat. Hinsichtlich des Exportes heißt es, daß Großanlagengeschäfte in Übersee, für die nicht nur größte Anstrengungen, sondern z. T. auch erhebliche Aufwendungen für Voranschläge erwachsen sind, vielfach an der Finanzierungsfrage im letzten Augenblick scheitern. Wenn es gelinge, durch geeignete steuerliche und wirtschaftspolitische Maßnahmen die bestehenden offensichtlichen Ungleichheiten in den Wettbewerbverhältnissen an den Exportmärkten für den Schwermaschinenbau zu ändern, so könne die Demag damit rechnen, an der Lösung der großen technischen Projekte in aller Welt – wie in der Vorkriegszeit – in angemessenem Umfang durch Planung und Lieferung mitzuwirken. Allerdings liegen die Gestehungskosten als Folge des hohen Niveaus der Preise in den Grundstoffindustrien und der im Januar 1953 neuerdings erhöhten Löhne im Vergleich mit den Konkurrenzpreisen des Auslandes jetzt an der oberen Grenze, z. T. bereits darüber. Bei der Fertigung von Elektro-Flaschenzügen haben sich die Rationalisierungsmaßnahmen so gut ausgewirkt, daß die Preise Anfang 1953 merkbar ermäßigt werden konnten. Die Verwaltung der Demag bringt zum Ausdruck, daß den kürzlich zu beobachtenden Preisabschlägen, z. B. für Stahl- und Grauguß sowie für Schmiedestücke, nun auch Preissenkungen von anderen Zulieferindustrien folgen werden, damit in Verbindung mit den verbilligten Herstellungsmethoden möglichst bald für alle Demag-Fabrikate Preise angesetzt werden können, die letzten Endes den Export erhöhen würden.

Daimler-Benz: 6 v. H. Dividende für 1952. Dem AR der Daimler-Benz AG hat in seiner Sitzung vom 12. Juni die Bilanz für 1952 vorzulegen. Die Verwaltung beschloß, der HV, die zum 24. Juli einberufen werden wird, vorzuschlagen, aus dem Gewinn in 1952 eine Dividende von 6 v. H. auf das umgestellte AK von 72 Mill. DM auszuschütten. Der bisherige Ablauf des Geschäftsjahres 1953 wurde von der Verwaltung als zufriedenstellend bezeichnet.

Verlusttillgung bei Ilse Bergbau AG. Die Ilse Bergbau AG, Köln, legt der zum 18. Juni nach Hamburg einberufenen HV zum ersten Male seit ihrer Sitzverlegung in das Bundesgebiet einen Gewinnabschluß von rd. 60 000 DM für das Geschäftsjahr 1952 vor. Dadurch ermäßigt sich der Verlustvortrag aus den Vorjahren auf rd. 118 000 DM. Die Gesellschaft erwartet aus der bevorstehenden Umstellung ihres Besitzes an RM-Titeln des Reiches, der Reichsbahn und der Reichspost eine weitere erhebliche Verbesserung ihres Vermögensstatus, so daß die Tilgung des restlichen ao. Kapitalentwertungskontos in Höhe von 1,77 Mill. DM erfolgen kann. Die Bemühungen der Gesellschaft um die Wiederaufnahme ihrer bergbaulichen Tätigkeit im Bundesgebiet haben noch nicht zu endgültigen Entschließungen geführt.

Sanierung und Produktionsumschichtung Galalith. Die HV der Internationale Galalith-Gesellschaft AG, Hamburg-Harburg, genehmigte die Herabsetzung des Grundkapitals von 2,1 Mill. um 1,1 Mill. DM und die anschließende Erhöhung auf 3 Mill. DM. Damit stehen dem Unternehmen, wie AR-Vorsitzender Albert Schäfer, Hamburg, ausführte, die Mittel für die Aufnahme neuer Produktionszweige (insbesondere moderne Kunststoffe) zur Verfügung. Unrentable Zweigbetriebe sollen stillgelegt werden. Dir. Matulat wies auf den durch die Überkapazität entstandenen heftigen Preiskampf in der Kunststoffindustrie hin. Die Übersetzung sei darauf zurückzuführen, daß nach dem Zusammenbruch vier Firmen ihren Sitz nach dem Westen verlagert haben; außerdem haben einige Länder die Produktion von Kunststoffen aus landespolitischen Gesichtspunkten gefördert. Es seien jetzt einige Anzeichen vorhanden, daß der Wettbewerb in Zukunft auf eine vernünftige Basis gestellt werden wird.

Henschel-Maschinenbau nahm Produktion in Hamburg auf. Die Henschel-Masthinenbau-GmbH nahm auf dem Steinwerder-Gelände in Hamburg nunmehr die Produktion auf. Wie vom Hamburger Senat mitgeteilt wurde, werden die noch nicht erledigten Aufträge der Wumag, die in Liquidation tritt, für ihre Rechnung von der Henschel-Maschinenbau-GmbH ausgeführt werden. Das neue Unternehmen wird den Bau von mittleren und schweren Dieselmotoren für Schiffe und für stationäre Anlagen, von Dampfturbinen und Kolonialmaschinen einschl. des dazugehörigen Ersatzteil- und Reparaturprogramms weiterführen. Ferner ist vorgesehen, in absehbarer Zeit auch für die Henschel und Sohn-GmbH., Kassel, Zulieferungen für den Lokomotiv- und Lastkraftwagenbau zu leisten. Außerdem soll die Endmontage von Exportlokomotiven in Hamburg vorgenommen werden. Den Vorsitz in der Geschäftsführung der Henschel-Maschinenbau-GmbH in Hamburg hat Oscar R. Henschel übernommen.

Der AR der Wayss & Freytag AG (Hoch- und Tiefbau), Frankfurt/M., genehmigte den Abschluß für das Geschäftsjahr 1952. Der zum 1. August einberufenen HV wird vorgeschlagen, wie in den beiden Vorjahren eine Dividende von 5 v. H. auf das 4 Mill. DM betragende AK zu verteilen. Der bisherige Verlauf des Geschäftsjahres 1953 war zufriedenstellend.

Interessenerweiterung der Eternit AG. Der Eternit AG, Hamburg-Berlin-Tönning (Holst.), dem größten deutschen Asbestzement-Hersteller, ist das einzige Asbestzementwerk im Rhein-Ruhr-Gebiet, die Firma Vossen & Co GmbH, Neuß a. Rh., angeschlossen worden. Die Familie Vossen bleibt mit ihren Gesellschafts ein lagen an dem Unternehmen beteiligt, während die Eternit AG durch Einlage in ungefähr gleicher Höhe das Gesellschaftskapital der Vossen & Co GmbH verstärkt. Das rheinische Werk wird in Zukunft „Eternit GmbH vorm. Vossen & Co.“ firmieren.