Der deutsche Rundfunk hat 11 Millionen Hörer. Davon sind 4 Millionen im Besitz von Geräten aus 1951 und 1952, solchen Geräten also, die einen konzertähnlichen Empfang gewähren. Die anderen 7 Millionen, die sich noch mit älteren Apparaten behelfen, von der Notwendigkeit einer Neuanschaffung zu überzeugen, und außerdem möglichst viele neue Hörer zu gewinnen: das ist für die nächste Zeit das wirtschaftliche Programm des Rundfunk-Großhandels. Seine Erfüllung wird durch die Preisbildung gefördert. Die Industrie hat es, unter Opfern an ihrem Rendement, erreicht, daß der Preisstand für Rundfunkempfänger heute nur 90 v. H. des Standes von 1939 beträgt. Dem stehen aber schwere Hemmnisse gegenüber: die steuerlichen Nachteile, die sich aus dem Saisoncharakter des Geschäftes ergeben, ferner die Übersetzung des Marktes mit hochwertigen Typen (bisher etwa 200 neue jährlich) und endlich die steigende Verlustquote, die im letzten Jahr beim Abzahlungsgeschäft entstanden ist. Das alles nötigt den Großhandel zu gemeinsamem Vorgehen mit Industrie und Einzelhandel. Dieser Aufgabe dient die in Dortmund ansässige Großhandelsgilde „Rundfunk und Fernsehen“, deren Mitglieder sich bei einer Tagung in Bad Homburg die zweckmäßigsten Maßnahmen überlegten. Als wichtigste wurden empfohlen: eine Verminderung des Typenreichtums durch Marktforschung nach Besttypen und die Herstellung einer Marktordnung, die zur Voraussetzung hätte, daß etwa fünf Typen jeder Preisklasse wie Markenartikel zu behandeln, wären. Bei dem hohen Stand des Apparatebaues, der sich dem UKW-System jetzt völlig angepaßt hat und wesentliche Verbesserungen nicht mehr erforderlich macht, läge eine solche Entwicklung wohl im Interesse auch der anderen Beteiligten: der Industrie, die ihre Planung mit weniger Risiko durchführen könnte, des Einzelhandels, dessen Umsatz nicht durch umfangreiche Lagerhaltung mehr verlangsamt werden würde – und des Käufers, der nicht mehr durch Überangebot in seiner Entscheidung unsicher zu. werden brauchte. cel.