Beleidigung der Königin

In der französischen Zeitung Rivarol schreibt ein Leser zu der Teilnahme des sowjetischen Kreuzers Swerdlow an der Flottenparade aus Anlaß der Krönung Elizabeths II.: „Welche Beleidigung für England und seine Königin! Ein Russe namens Swerdlow war es, der seinerzeit den Befehl gab, die Zarenfamilie in Jekaterinenburg zu ermorden, in jener Stadt, die von der großen Katharina gegründet wurde und die nun Swerdlowsk heißt. Sollte Königin Elizabeth II., die Enkelin Georgs V., dies nicht wissen? Georg V. war der Vetter des Zaren Nikolaus II. Er wollte damals die Zarenfamilie retten, aber das Kriegsschiff, das er zu ihrer Rettung entsandt hatte, flog auf der Fahrt nach Rußland in die Luft.“

On parle allemand

In einem Rundschreiben des französischen Kultusministeriums werden die Eltern französischer Schüler aufgefordert, ihren Kindern Deutschunterricht geben zu lassen. Der kulturelle und geistesbildende Wert des Deutschen, so heißt es, sei unbestreitbar. Vor allem mache die jüngste politische Entwicklung die Heranbildung einer großen Zahl qualifizierter Germanisten, erforderlich. Wenn sie nicht Deutsch lernten, liefen die Franzosen Gefahr, in den internationalen Organisationen von den Belgiern, Holländern und Luxemburgern überflügelt zu werden, die sowohl französisch als auch deutsch sprächen. In der Privatwirtschaft brauche man angesichts der wirtschaftlichen Entwicklung Deutschlands auf allen Posten Kenner der deutschen Sprache.

Ein typischer Templer

„Eine Ratte und einen vergammelten Journalisten, dessen Name durch ganz Südostasien stinkt“, hat der britische Hohe Kommissar von Malaya, General Templer, der früher bei den britischen Besatzungsbehörden in Deutschland tätig war, den Malaien Abdul Azis Bin Ishak genannt. Dieser hatte in der Zeitung Utusan Melaya von der Krönung berichtet. „Ich habe Sir Winston Churchill zweimal dabei beobachtet“, so hieß es in dem Artikel, „wie er sitzenblieb, obwohl er während des Gebetes hätte aufstehen müssen. Ich hätte das gleiche getan, wenn ich den Mut dazu gehabt hätte... Mr. Nehru sah äußerst gelangweilt aus, und Mohammed Ali, der Premier von Pakistan, machte einen unverkennbar nervösen Eindruck.“ Templer hatte den Reporter nach dessen Rückkehr aus London privat zu sich bestellt. Er sagte selbst, daß er eine gewaltsame Sprache geführt habe. Natürlich habe er Azis freigestellt, das Gespräch zu veröffentlichen, dessen Wiedergabe in der Presse sachlich richtig gewesen sei.