Um künftig zu vermeiden, daß der Hausfrau weiche Birnen und faule Äpfel (nur Schiller liebte deren Geruch..) angeboten werden, hat das Bundesernährungsministerium eine Verordnung über Handelsklassen für frisches Obst und Gemüse erlassen. Damit soll „der rentable Absatz“ des deutschen Obst- und Gemüsebauers gesichert werden. Ein befriedigender Absatz ist auf die Dauer nur möglich, wenn dem Verbraucher in guter Sortierung und Verpackung eine standardisierte Ware angeboten wird, die gute Qualität gewährleistet. Aus diesem Grunde werden – zunächst auf freiwilliger Grundlage – für Obst und Gemüse gewisse. Mindestbedingungen festgelegt, „wonach die Ware gesund, ganz, sauber, trocken, unvermischt in Arten und Sorten und frei von Fremdkörpern, fremdem Geruch und fremdem Geschmack, insbesondere von Düngemitteln und gesundheitsschädlichen Schädlingsbekämpfungsmitteln, sein muß. Gemüse, das üblicherweise taufrisch geerntet wird, braucht nicht trocken zu sein. Obst muß frei von Blättern und Fruchtholz sein. Abweichungen, die bei der Einreihung in die Handelsklassen entstehen, dürfen bei Handelsklasse ‚Auslese‘ 5 v. H., bei den übrigen Klassen 10 v. H. des Gewichts der Waren, bezogen auf die jeweilige Verpackungseinheit, nicht überschreiten“. Ein exakter Katalog legt die Bedingungen im einzelnen fest. Wenn sich die Handelsklassen bewähren, dann sollen sie nach einer Probezeit von sechs Monaten allgemein verbindlich werden – ein weiterer Schritt zur Qualitätssteigerung in der deutschen Landwirtschaft. Allerdings sollten die landwirtschaftlichen Organisationen streng auf die Innehaltung der Vorschriften sehen, um im eigenen Interesse nicht wieder eine Situation zu erleben, wie sie sich bei der Eierkennzeichnungsverordnung ergab... da war ja manches faul! güg.