In diesen Tagen kehrt Dr. Ibrahim Istuany, bisher Gesandter der Republik Syrien in Bonn, nach Damaskus zurück, um dort als Staatssekretär des Äußeren neue wichtige Aufgaben zu übernehmen. Dr. Istuany wird auf seinem neuen Posten durch seine tiefgehende Kenntnis Deutschlands und seiner Probleme den führenden Männern Syriens im Interesse beider Länder manch wertvollen Ratschlag geben können. Die Verleihung des Großkreuzes des Verdienstordens der Bundesrepublik an den scheidenden Gesandten durch Bundespräsident Professor Heuss ehrte einen Mann, der in den drei Jahren seines Aufenthaltes in Bonn – zuerst als Generalkonsul, dann seit etwa einem Jahr als erster Gesandter seines Landes bei der Bundesrepublik – in stiller Arbeit viel tun mußte, um die völlig zerrissenen Fäden zwischen Deutschland und der arabischen Welt neu zu knüpfen. Am bedeutungsvollsten wurde diese Aufgabe in den spannungsreichen Monaten des vergangenen Herbstes, als im Zusammenhang mit dem deutsch-israelischen Wiedergutmachungsvertrag viel bittere Worte auf beiden Seiten fielen und ihm – als einzigem diplomatischen Vertreter der Staaten der Araberliga in Bonn – die schwere Aufgabe zufiel, die allzu hochgehenden Wogen zu glätten, um der wirtschaftlichen Vernunft wieder das erste Wort zu erteilen, so konnen wir nur hoffen, daß Dr. Istuanys Einfluß auf die künftige Gestaltung der syrisch-deutschen Beziehungen trotz seines Wegganges von Bonn nicht beendet ist und schon bei den in Kürze zu erwartenden neuen Handelsvertragsverhandlungen zwischen Bonn und Damaskus zu guten Resultaten führen wird. L. v. M.