DIE ZEIT

"Ich werde Erich Ollenhauer schicken"

Der Ausgang der Bundestagswahl hat bewiesen, daß die SPD von ihrem Ziel der Erringung von mindestens 51 Prozent aller Wählerstimmen weiter denn je entfernt ist.

Antwort an Zinnkann

"Dr. Krüger ist am 13. Januar 1953 aus dem Hessischen Landesamt für Verfassungsschutz unter sofortigem Hausverbot entlassen worden, weil ich festgestellt habe, daß Krüger dem Parteivorstand der SPD, Bonn, in Einzelfällen Informationen zugeleitet hat.

Gutes Beispiel

Die Manuskripte für die Sendungen des in der sowjetischen Besatzungszone liegenden stärksten Wiener Senders Ravag werden auf Anordnung der österreichischen Regierung in Zukunft nicht mehr zur Zensur beim sowjetischen Informationsdienst vorgelegt.

Ami go home?

Admiral Radford, der Vorsitzende der Joint Chiefs of Staff, hat am 29. Oktober in Paris den höchsten amerikanischen Vertretern in der Nordatlantik-Organisation die strategische Konzeption dargelegt, die an die Stelle der bisherigen Pläne treten soll.

Was sonst noch geschah

Zu dem Staatsbesuch, den der jugoslawische Außenminister Kotscha Popovitsch der österreichischen Regierung in Erwiderung des Besuches von Außenminister Gruber abstattet, ist vom Wiener Ballhausplatz wiederholt darauf hingewiesen worden, daß der Zeitpunkt des Besuches schon seit langem festgelegt war.

Weimar liegt in der Finsternis

Wie wir in der Sowjetzone den 400. Todestag des Malers Lucas Cranach feierten, ist vielleicht der Erwähnung wert, Cranach war ein deutscher Künstler, wie man weiß.

Die Heimkehr des Feldmarschalls

...Generalfeldmarschall Paulus wird seinen Wohnsitz in der Deutschen Demokratischen Republik nehmen", so schloß die amtliche Mitteilung, die vom kommunistischen Rundfunk der Sowjetzone verbreitet wurde.

Der Ratenschreck

In der Kaufmannschaft Westdeutschlands, vor allem des Rhein-Ruhr-Gebietes, wächst die Übertreibung der Abzahlungsgeschäfte zu einer echten Sorge an.

Morgenthau und die Sowjets

Der Morgenthau-Plan, durch den Deutschland nach dem Kriege in eine Viehweide verwandelt werden sollte, war nicht eine Angelegenheit demokratischer Umerziehung, sondern kommunistischer Politik.

ZEITSPIEGEL

Gegen den Bruch des Postgeheimnisses – nun auch in England selbst – durch staatliche Zensurbehörden haben sowohl Labour-Abgeordnete als auch solche der Regierungspartei energisch protestiert.

Viviens Wiederkehr

London hat wieder seine Theatersensation. Soeben ist das neue Stück von Terence Rattigan, "The Sleeping Prince" (Der verschlafene Prinz), im Phönix Theatre zum erstenmal aufgeführt worden.

Zwischen Neurose und Tragik

Der Hauptdarsteller dieses Films, Frederic March, hat für eine große schauspielerische Leistung mehrere Preise zugleich erhalten: vor allem den Oskar und den Preis der Biennale.

Hessens "Volkseigene Betriebe"

Im Hessischen Landtag diskutierten SPD-Regierung und FDP-CDU-Opposition über die bisherigen wirtschaftlichen Auswirkungen der Sozialisierung.

Schweden bleibt unnachgiebig

Die Verhandlungen über das in Schweden beschlagnahmte deutsche Privatvermögen haben sich bisher als unfruchtbar erwiesen. Der schwedische Außenminister verschließt sich hartnäckig der Anerkennung international gültiger Rechtsgrundsätze.

Wieder einmal Krise

Die französischen Staatstheater scheinen zur Zeit in einer Krise begriffen. Skeptiker meinen: wann wären sie das nicht? Einer Krise, deren tiefere Gründe und weittragende Auswirkungen im Augenblick noch kaum zu würdigen sind.

Gefühl ist alles ...

In den Vorstadien einer Revolution, die meist ihren Ort in Literatencafes und ästhetischen Teezirkeln haben, pflegt auch die revolutionäre Kunst begeistert propagiert zu werden, weil sie den Bürger schreckt, der ja an allen Übeln und Leiden der Welt alleinschuldig sein soll.

Mein Pate Theodor Mommsen

In diesen Tagen jährte sich zum fünfzigsten Male der Tag, an dem Theodor Mommsen nach einem ungewöhnlich reichen Leben mit fast 86 Jahren die Augen für immer schloß.

Improvisierte Lyrik

Obwohl es in Marokko erst seit jüngster Zeit, und zwar nur ganz gelegen dich, Theateraufführungen gibt, haben die Marokkaner das Theatralische immer geliebt.

Über die Dichtung

Soweit die Dichtung nicht ideologisch oder dogmatisch gebunden ist, versucht sie, die Wirklichkeit des Menschen und die Wirklichkeit der Welt in den Ausdruck zu bringen.

Kunst aus Bonn

Seit 1949 gibt es in Bonn moderne Künstler, wenn man von den rheinischen Expressionisten vor und nach dem ersten Weltkrieg absieht.

Politik als Tugend

Wie ist Erziehung zur Politik möglich? Eine überraschende Antwort gab bei der Hamburger Tagung der deutschen UNESCO-Kommission ihr Vizepräsident Dolf Sternberger: Politische Erziehung muß ohnmächtig bleiben, wenn sie nicht mit einem Medium rechnen kann, in dem sich der junge Mensch zu bilden vermag.

Abschied von großen Gefühlen

Daß "Erzählen" an sich eine Kunst ist, deren Meisterung genau soviel ernste Bemühung und reife Erfahrung erfordert wie die bloße Erfindung "interessanter Stoffe", diese Binsenwahrheit spielt in dir landläufigen Literaturproduktion (und -kritik) unserer Tage, keine ihrer Bedeutung zukommende Rolle.

Mit böser Biederkeit

Nun sind sie also wieder da, die beiden Helden Camillo und Peppone, und mit ihnen ist auch die Frage wieder da, was denn eigentlich den Welterfolg dieses Buches begründet.

Auftakt zu einer neuen Kartell-Debatte

Frage: Innerhalb der Koalitionsgruppe, wie auch zwischen ihr und den maßgebenden Gremien der Wirtschaft besteht weitgehende Übereinstimmung darüber, was auf wirtschafts- und finanzpolitischem Gebiet in den nächsten vier Jahren geschehen könnte und sollte.

Ost-West-Versuch

Gunnar Myrdal, der Vorsitzende der ECE in Genf, hat einen neuen Versuch gestartet, eine Ost-West-Handelskonferenz zusammenzubringen.

Exportabrede: Vorstufe für Europakartell

Frage: Ich war einigermaßen überrascht, daß man den ursprünglichen § 5, Wer dem "Außenhandel" im allgemeinen gewidmet war, in der neuen Fassung in drei Paragraphen – nämlich § 5 Ausfuhrkartell und § 5a und § 5b, internationales Kartell, geteilt hat.

Geisweider Elegie

Durch ihren Vorsitzer des Vorstandes, Karl hat die Stahlwerke Südwestfalen AG, Geisweid, das Holding-Unternehmen entflochtener Vermögenswerte aus dem Klöckner-, Hoesch- und Stahlvereins-Besitz auf der oHV des Unternehmens eine bemerkenswerte Parole für die Finanzierungs- und Preispolitik gegeben.

Nicht gar zuviel Ermessensspielraum!

Frage: Vielleicht würde eine gute Definition des Leistungswettbewerbs sogar entbehrlich machen, die Ausnahmen so stark zu akzentuieren, was zugleich eine kürzere und damit bessere Fassung des Gesetzestextes erlauben würde.

Devisenbringende Termingeschäfte

Wenn man heute, ein Jahr nach seiner Wiedereinführung,die Entwicklung des deutschen Warentermingeschäfts betrachtet, so kann mit Befriedigung festgestellt werden, daß eine lange Reihe von Terminkontrakten infolge der günstigen Preisentwicklung zu erheblichen Deviseneinnahmen für die Bundesrepublik geführt hat.

Korrekur überspitzter Börsenkurse

Während zu Beginn der vergangenen Börsenwoche die Kurse der Montangesellschaften und IG-Farben noch einmal stürmisch nach oben strebten, kam es bereits um die Wochenmitte zu teilweise empfindlichen Rückschlägen.

Perlon-Strümpfe für USA

Westdeutschlands Strumpffabriken, die vor dem Kriege von Sachsen aus ihre Qualitätserzeugnisse, nach allen Teilen der Welt ausführten, geben sich nach ihrem Wiederaufbau in der Bundesrepublik jede erdenkliche Mühe, ihre einstige Exportstellung wieder zu erringen.

Norwegens Defizit

Nach den neuesten Berechnungen des Statistischen Zentralbüros in Oslo schließt die norwegische Zahlungsbilanz für die ersten drei Quartale 1953 mit einem Fehlbetrag von 660 Mill.

Lehren der Levante-Messe

Die alljährlich im September stattfindende Levante-Messe in Bari ist ein eleganter Laden mit zwei Schaufenstern, von denen eines nach Süditalien, das andere nach Nahost geöffnet ist.

Brasilien bleibt interessanter Partner

Brasiliens neues Devisenverfahren, nach dem die verfügbaren Devisen je nach ihrer volkswirtschaftlichen Dringlichkeit auf fünf Warengruppen verteilt und in Form von Devisenzertifikaten an der Börse freihändig an registrierte Importfirmen verkauft werden, wird etwas unterschiedlich beurteilt.

Werbung auf Abwegen...

Deutschlands Werbewirtschaft hat sich einen neuen Slogan zugelegt: "Der Umsatz steigt, die Preise fallen – so nutzt die Werbung schließlich allen!" Die Wahrheit dieses Satzes – von Großbetrieben längst erkannt – beginnt sich langsam bis zum bescheidensten Einzelhändler herumzusprechen.

Vorbildlicher Bankier

Einer der markantesten Köpfe des Privatbankgewerbes, Hermann Schilling, Mitinhaber des Bankhauses Brinckmann, Wirtz & Co. in Hamburg, wird am 15.

Wenn ich so meine lieben Landsleute betrachte...

Anno 1944 wollte es das Schicksal, daß ich ein Weilchen in der Schweiz interniert war. Ich verbrachte meine Tage viel in der Gesellschaft der beiden Grafen Volpi und Cini, die dort mein Los teilten.

Die Einheit Italiens

Als mein Freund Filippo Anfuso, letzter Botschafter Mussolinis in Berlin und heute einer der Führer des Neofaschismus, nach seinem Prozeß und nach zwei Jahren Gefängnis wieder nach seiner Heimatstadt Catania auf Sizilien zurückkehrte, umarmte ihn sein alter Diener weinend und schluchzte in vorwurfsvollem Ton: "Exzellenz, warum haben Sie sich bloß mit diesen Italienern eingelassen!" Man sieht daraus, was es mit der Einheit Italiens im Bewußtsein der Italiener auf sich hat.

Von der Logik der Frauenmode

Die Modediktatoren der Welt haben es sich angewöhnt, uns Männer mit ihren Eingebungen wie mit einem Gnadengeschenk zu beglücken.

Atlantisschlacht der Gelehrten

Von abends acht bis eine Stunde nach Mitternacht dauerte in Kiel der heiße Kampf. Über tausend Zuhörer, viele Studenten, aber auch viele Kieler Bürger füllten den Speiseraum der Mensa in der Neuen Universität und standen nicht auf, bevor der umsichtige und noble Schiedsrichter das Wortgefecht für diesmal mit den Worten beendete: "Zweierlei hat den heutigen Abend erfreulich gemacht.

Mode mit Bewährungsfrist

Im friedlichen Örtchen Chilwell bei Nottingham in England saß vor kurzem die Mode auf der Anklagebank. Es handelte sich freilich nicht um einen jener Prozesse, wie sie von Christian Dior oder Jacques Fath zuweilen angestrengt werden und bei denen es um Diebstahl des geistigen Eigentums der Modeschöpfer geht.

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