DIE ZEIT

Unser LKW-Minister

Die Belastung unseres Straßenverkehrs durch die Lastkraftwagen mit ihren gefährlich hin- und herschaukelnden Anhängern hat ein nicht mehr erträgliches Maß erreicht.

Im Auftrag Moskaus

Seit Madame Kasenkina aus dem Fenster des sowjetischen Konsulates in New York heraussprang, hat es in den Vereinigten Staaten kein politisches Ereignis gegeben, das die öffentliche Meinung so beschäftigt hat wie die Rede, die Justizminister Brownell am 6.

Angst vor Preußen?

Neulich schlug Dr. Mende von der FDP vor, man möge alle früheren preußischen Gebiete zusammenfassen und sie in einem Nordweststaat neu konstituieren.

Stolz vor Königsthronen

Am letzten Wochenende sollte der Hitler-Film "Bis fünf nach Zwölf" seine Premiere erleben. Kurz zuvor wurde er im gesamten Bundesgebiet – also von den Innenministern aller Länder – verboten.

Warten auf England

Frankreich ist im Begriff, sich in einer endlosen Erörterung des Für und Wider der Europa-Armee zu erschöpfen, ohne zu einer Entscheidung zu gelangen.

Der Verlobte kommt gleich . . .

Mitten in Hamburg – am Besenbinderhof – liegt ein riesig großes Haus: das Arbeitsamt. Was ich dort suchte, ist nicht interessant genug, um darüber zu berichten.

ZEITSPIEGEL

Gegen den Vorschlag eines Ausschusses im Bayerischen Landtag, der Staatsregierung das gesetzliche Recht zu Auskünften über die den Rundfunk betreffenden Verhältnisse zu geben, haben die FDP und die SPD Stellung genommen.

Uneiniges Berlin

Die einzige Einigung, die die Berliner Parteien in der letzten Zeit erreichten, richtet sich gegen den amerikanischen Oberkommissar Conant, weil er dem Ullstein-Verlag eine Zeitungslizenz für seine neue BZ gegeben hat.

Revolutionen am laufenden Band

In Bolivien ist die 181. Revolution – in 125jähriger Geschichte! – am 10. November gescheitert. Seit anderthalb Jahren ist dort die "Nationalrevolutionäre Bewegung" (Movimiento Nacional Revolucionario – MNR) an der Macht.

Was sonst noch geschah

Am Abend des 23. November haben Königin Elizabeth II. und der Herzog von Edinburgh die seit langem geplante Reise um die Welt angetreten, von der sie erst am 15.

Hamburgs künftiger Bürgermeister

Anfang Dezember wird im Hamburger Parlament, der "Bürgerschaft", der neue Senat gewählt. Danach hat, gemäß der hamburgischen Verfassung, der bisherige Senat zurückzutreten.

Infiltration der Soldatenbünde

In einsamer Höhe kreisen die Adler des Reiches." Dieser Satz findet sich in der "Deutschen National-Zeitung", die in Tausenden von Exemplaren kostenlos aus München an ehemalige Soldaten verschickt wird.

Muß es immer der Minister sein?

Zwei alte Wehrmachtbetten waren in irgendeiner Stadt stehengeblieben. Die Stadt durfte die Betten weder wegwerfen noch verwerten lassen, zuständig war nämlich die Zentralstelle für Wehrmachtgut beim Landesinnenminister.

Rettet den technischen Menschen

Will der Mensch, der ausgesprochene Techniker und der unvermeidlich von Technik umstellte gewöhnliche Mensch, eigentlich seine Lage ernsthaft überdenken und erhellen? Die Besucher der Vortragsreihe, die von der "Bayerischen Akademie der Schönen Künste" in der Münchener Technischen Hochschule vom 16.

Die lieben deutschen Adria-Gäste

Im jugoslawischen Dalmatien dauert der Fremdenverkehr bis in den Oktober, und der Zahl nach sind es wie früher wieder die Deutschen, die den stärksten Anteil der Adriabesucher stellen.

Die verwandten Dinge

Was "Wirklichkeit" ist, glauben wir genau zu wissen. Aber vielleicht ist gerade das ein Vorurteil von uns Europäern. Walter Tritsch jedenfalls spricht diesen Verdacht aus, der ihn zu einer scharfen Kritik am abendländischen Denken führt.

Modern, nicht modisch

Das "Haus am Waldsee" zeigt zu Ehren des siebzigjährigen Friedrich Ahlers-Hestermann 50 Ölbilder und 45 Aquarelle, Pastelle und Graphiken aus fünf Jahrzehnten seines Schaffens.

Manager oder Intendant?

Unterrichtsminister Dr. Kolb hat an Stelle von Dr. Hilbert Ing. Ernst Marboe zum Intendanten der österreichischen Bundestheater ernannt.

Ein echter Kavalier

In einem der alten Gebirgsstädtchen Oberbayerns – unvergeßlich seine Luft, gemischt aus Gletscherkühle des vorbeistrudelnden Baches, Alpenwiesenduft und einem gelegentlichen Zusatz von Malz aus der Brauerei – wurde in einer nebligen Herbstnacht ein Einbruch verübt.

Der Konformist

Nie, nie, nie war eine Zeit wie die unsere so voll von Leuten, die ihr gemäß sind: Zeitgemäßen. Sie verwalten ihren Kern: die Müdigkeit.

Max Ernst huldigt dem Vater Rhein

Die Beziehungen zwischen Max Ernst und seiner Heimat – der Maler wurde 1891 in Brühl bei Köln geboren – waren lange Zeit nicht besonders herzlich.

Ritter von der Farce

Man verzeiht einem glücklichen Jubilar so einiges, aber seine verständliche Frede ist nun doch nicht ein Freifahrtschein für literarische und theatralische Unzulänglichkeiten.

Jeder Mensch braucht die Erlösung

Aus Bekenntnissen ist der europäische Roman entstanden: die Beichte, die Augustin in den "Confessiones" Gott ablegte, war – literarisch gesehen – ein erster Ansatzpunkt zum Roman.

Kalter Dampf in freien Rhythmen

Wer einen Bestseller herstellen möchte, schreibt seit Paul de Kruifs "Mikrobenjäger" am besten einen Tatsachenroman. Wer einen Tatsachenroman schreiben will, lerne entweder bei Ceram und seinem: "Götter, Gräber und Gelehrte" (dann sprechen die Tatsachen für sich, und wenn sie so fesselnd dargestellt werden und der Stil so lebendig und angemessen ist wie dort, wird daraus sogar ein gutes Buch), oder aber er lernt bei Altmeister Schenzinger, dem Auflagekönig der deutschen Literatur.

Der Glanz großer Geschichte

Der Verlag Heinrich Scheffler in Frankfurt/M. hat eine Buchreihe begonnen, deren einzelne Bände jeweils der Geschichte einer der großen Mächte unserer Zeit gewidmet sind.

Das lesen Musikfreunde

Es ist eine merkwürdige Eigenschaft der Musik, daß unzählige Menschen mindestens ebenso gern über sie und ihre Vermittler lesen, wie sie ihre Werke hören.

Bedenklich

Als die Mitbestimmung in der Montanindustrie diskutiert und schließlich Gesetz wurde, gab es kritische Stimmen, die darauf hinwiesen, daß Mitbestimmung nicht nur die Übernahme der Verantwortung mit entsprechenden Risiken voraussetze, sondern auch ein breites Reservoir geeigneter Persönlichkeiten in den Reihen der Arbeitnehmer, die den Anforderungen gewachsen sind, wie sie heute mehr denn je an die Führungsspitzen in der Wirtschaft gestellt werden müssen.

Es gibt hier kein Zurück

Mitte November ist eine sehr wichtige Mitteilung aus dem Dienstgebäude der Hohen Behörde in Luxemburg der Öffentlichkeit übergeben worden.

Sparsamkeit

Der Rechnungshof ist jetzt in sein neues Heim zwischen dem Goethehaus und der Paulskirche in Frankfurt eingezogen. Bei der Einweihungsfeier spielte im Sitzungssaal Frau Schle-Michalke auf einem alten Cembalo das Capriccio von Ludwig van Beethoven "Die Wut über den verlorenen Groschen".

Liberalisierung nur Vorstufe

Des weiteren brachte die letzte Ministerratssitzung eine, wichtige Klärung, die zwar zunächst kein praktisches Ergebnis hatte, aber doch für die künftige Arbeit der OEEC von Bedeutung sein wird.

Ohne die EZU geht es noch nicht

Trotz der Erfolge, die der Europäische Wirtschaftsrat (OEEC) mit Hilfe des Systems der Europäischen Zahlungsunion (EZU) in Richtung auf eine engere wirtschaftliche Zusammenarbeit der europäischen Nationalwirtschaften erstritten hat, mehren sich seit einiger Zeit die Stimmen, die der Ansicht sind, daß der durch die EZU gesteckte Rahmen nunmehr zu eng geworden und die Zeit für eine sofortige und vollständige Lösung des Konvertierbarkeits problems gekommen sei, die die EZU entbehrlich machen würde.

Die alte Tour

Was von den Beteuerungen der SPD über ihren "neuen Kurs" in der Wirtschaftspolitik realiter zu halten ist, wird die praktische Arbeit der nächsten Zukunft zeigen.

"Leistungsring"

Die Erfahrungen der letzten Jahre beweisen (nicht nur statistisch), daß die Todesfälle unter den Angehörigen der wirtschaftlichen Führungsschichten in der Bundesrepublik in den Altersstufen zwischen 50 und 65 Jahren acht- bis neunmal so häufig sind wie bei Menschen in anderen Berufsgruppen.

Der Dreh mit dem Goldgehalt

Die von der Regierung der Sowjetzone beschlossene "Fundierung" der Ostmark mit dem erstaunlich hohen fiktiven "Goldgehalt" von 0,399 902 Gramm dürfte wohl der naiv-dreisteste Währungstrick sein, mit dem je eine Regierung und Notenbankleitung nach außen hin ihren Rest von Sachlichkeitskredit aufs Spiel gesetzt und nach innen die Bevölkerung durch Falschmünzerei zu betören versucht hat.

Der Staat verkauft

In England ist in diesen Tagen die Reprivatisierung der Stahlindustrie (nach dem am 13. Juli 1953 in Kraft getretenen Gesetz) angelaufen.

Lohnpolitik in den USA

Die Lohnpolitik der amerikanischen Gewerkschaften hat die Folge gehabt, daß die Lebenshaltung der industriellen Lohnempfänger sich hier seit der Mitte der vierziger Jahre weit stärker gehoben hat als die irgendeines anderen Teiles der Bevölkerung.

Aktive Partnerschaft

Österreichs langsamer aber spürbarer Wirtschaft aufstieg ist ein Erfolg der intensiven Bemühungen, die die Bundesregierung in Wien mit bemerkenswerter Beharrlichkeit unternahm, und die auch für die nächste Zeit eine weitere günstige Entwicklung erwarten lassen.

Gespräche am Bankschalter: Warum hohe Steuern zahlen?

Auf welche Weise läßt sich der zu versteuernde Gewinn unter Ausnutzung der Erleichterungen, die das Einkommensteuergesetz gewährt, verringern? Das ist die Frage, die sowohl den Arbeitnehmer als auch jeden Gewerbetreibenden mit dem Näherrücken des Jahresultimos beschäftigen sollte.

Interesse für Spezialpapiere

Niemand wird zur Zeit mit Sicherheit tagen können, ob die Abwärtsbewegung, die als Reaktion auf die ungewöhnlichen Steigerungen bei den Montanen in der letzten Zeit einsetzte, inzwischen ihren tiefsten Stand erreicht hat.

Buderus ist wieder optimistisch

Die Buderus’schen Eisenwerke in Wetzlar sind von Hause aus nicht mit besonderen Vorzügen ihres Standortes gesegnet. Sie mußten immer das, was sie von den großen Montanbetrieben der Ruhr unterschied, zu ihrem Vorteil ausnutzen, um lebensfähig zu bleiben.

AEG sorgt vor

Es ist heute schon nicht mehr ganz einfach, in einem hochindustrialisierten und dicht besiedelten Lande eine neue Hochspannungsleitung zu verlegen, weil hierfür vielfach der Raum kaum zur Verfügung steht.

Allianz lüftet die Schleier

Allmählich fallen immer mehr die Schleier, die bisher noch die innere Finanzstruktur unserer westdeutschen privaten Versicherungswirtschaft verhängten.

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