Dresden, Ende November.

Das Dresdener Opernhaus, das berühmteste Bauwerk Gottfried Sempers, hatte beim Untergang der Stadt 1945 schweren Schaden gelitten. Doch war das schöne Gebäude nicht irreparabel, da wenigstens die Außenmauern im wesentlichen erhalten geblieben waren. In diesem Jahre sollte der Wiederaufbau begonnen werden. Der Rat der Stadt hatte dafür bereits die erforderlichen Zuschüsse eingeplant, sogar das Baugerüst war schon errichtet worden. Jetzt wird es wieder abgerissen. Aufbau und Abriß des Gerüstes kosten 300 000 Ostmark. Der Stadtrat hat in letzter Minute die vorgesehene Summe wieder gestrichen und das ganze Unternehmen einstweilen vertagt. Die Oper muß sich weiterhin mit ihrem nunmehr achtjährigen Provisorium behelfen. Ob die 300 000 Ostmark auf Sabotagekonto geschrieben werden? F. G-d.