Die interarabische Konferenz in Beirut rückte die zunehmende Bedeutung der arabischen Märkte stark in den Vordergrund. Die sieben beteiligten arabischen Länder haben beschlossen, vom bisherigen System der bilateralen Handelsbeziehungen abzugehen und einen multilateralen Handelsund Zahlungsvertrag abzuschließen. Die getroffenen Abmachungen bereiten einen intensiven Güteraustausch der Länder untereinander vor. Ein großer Teil der handelspolitischen Maßnahmen, die die Einfuhr bisher beschränkten, wurden zugunsten einer größeren Freiheit im Außenhandel geopfert. So werden sich die Zollermäßigungen und die Erleichterungen der Lizenzerteilungen und des TranEin Blick auf die Außenhandelsstatistik zeigt, daß die Bundesrepublik im Verhältnis zu den vertragschließenden arabischen Ländern, insgesamt gesehen in 1951 und 1952, ebenfalls im ersten Halbjahr 1953, einen Einfuhrüberschuß auf weist. Wenn auch im Verhältnis der Bundesrepublik zu den einzelnen arabischen Ländern verschiedene Zahlungsbilanzpositionen bestehen (gegenüber Ägypten besitzt die Bundesrepublik einen Aktivsaldo und gegenüber dem Irak und Saudi Arabien einen Passivsaldo), so dürfte in Zukunft nach Schaffung eines multilateralen Handelsvertrags mit entsprechendem Clearing die Möglichkeit bestehen, daß die zusammengeschlossenen arabischen Staaten in einem neuen Zahlungsabkommen mit der Bundesrepublik lediglich einen Ausgleich des multilateralen Spitzensaldos vornehmen. Die arabischen Länder wären bei geeigneter Konstruktion des Zahlungsabkommens in der Lage, einen EZU Räum im kleinen nachzubilden. In diesem Zusammenhang taucht die Möglichkeit auf, mit der EZU in einen Verrechnungsverkehr der Spitzensalden zu treten. Durch eine derartige Konstruktion des arabischen Zahlungsabkommens treten die arabischen Länder aus den relativ engen finanziellen Möglichkeiten der Transferable Account Area heraus Ägypten gehört zu den Transferable Account Countries, die in die Undassified Countries und die Scheduled Territorits Überweisungen vornehmen dürfen. Zu den Unclassified Countries gehören u a. Saudi Arabien und Jemen. Letztere können heute nur neben Ägypten in die Scheduled Territories (zu denen Jordanien und der Irak zählen) Transferzahlunen tätigen. Nach der Konsolidierung einer solchen ClearingSystematik könnte bei günstiger Entwicklung der Saldenstände eine Teilkonvertibilität auch gegenüber der Bundesrepublik angestrebt werden. Durch die angedeuteten Maßnahmen dürfte auch der Warenverkehr zwischen der Bundesrepublik und den arabischen Ländern, in denen große Investitionsprojekte der deutschen Mithilfe harren, erheblich gesteigert werden. W von Holt