Oberviechtach, Anfang Dezember TTV ie Kreisstadt Oberviechtach liegt in der Ober pfalz, nicht weit von der tschechischen Grenze, und der ganze Landkreis ist Notstandsgebiet. Eine Strickerei und Weberei, eine Ziegelei, ein paar Sägewerke —: das ist alles, was an Industrie vorhanden ist. Früher kamen viele Fremde in die herben, eigenartigen Täler des oberpfälzischen Waldes; heute scheint es, als hätten viele Leute. Scheu vor dem Eisernen Vorhang.

Aber Oberviechtach hat eins: den Landrat Josef Zwids. Vor kurzem war er noch unbekannt, heute beginnt man seinen Namen zu nennen, nicht nur in seinem Landkreis. Denn Landrat Zwick, der einiges Geld aus privatem Einkommen bezieht, ist der Mahn, der, um seinem Kreis zu helfen, auf sein Gehalt verzichtet hat, und zwar für die volle Dauer seines sechsjährigen Amtes. Das sind 16 000 Mark im Jahr —: ziemlich viel, wenn man bedenkt, daß das gesamte Steueraufkommen des Kreises 240 000 Mark beträgt, wovon 85 000 Mark als Bezirksverbandsumlage abgehen und der Rest um die Beamtengehälter, Fürsorgekosten und dergleichen vermindert wird.

Der Landrat ist ein energischer und kluger Organisator "Da wir keine Industrie haben", erklärt er, "müssen wir als erstes wieder den Fremdenverkehr anlocken, und den bekommen wir nur durch gute Straßen!" Darum hat er bestimmt, daß seine Spende dem Straßenbau dienen soll, sozusagen als Initialzündung. Er geht zu den Gemeinden — 32 sind es in seinem Kreis — und bietet ihnen jeweils ein Drittel der Kosten für ein Straßenprojekt in ihrem Gebiet, wenn sie selbst die restlichen zwei Drittel aufbringen. Fast immer hat er Erfolg, denn das müßte kein Oberpfälzer Gemeinderat sein, der sich tausend Mark entgehen ließe, selbst wenn ihn sauer ankommt, das Doppelte dazuzulegen "Man muß sich selbst helfen", meint der Landrat, "nur darauf kann man sich wirklich verlassen. Die Regierung hat uns, ehrlich gesagt, schon viel versprochen. Seit Juli zum Beispiel sollten wir 50 000 Mark aus Bundesmitteln für einen dringenden Straßenbau bekommen; aber jetzt heißt es plötzlich, es könnten nur 25 000 Mark sein, den Rest müssen wir als Darlehen aufnehmen!" Das Land hat Holz, also könnte man Industrie hinzuziehen, um den Arbeitslosen — jeder Dri f" ist hier arbeitslos — Beschäftigung zu geben x pier- und Möbelfabriken könnte man ar T machen, wenn man die Bahnfracht herabs , eine Notmaßnahme, die nach Josef Zwicks Ar unvermeidlich ist. Jetzt kostet ein Waggon I , 610 Mark, die Fracht aber 790! Wir finden, daß hier nicht nur eine wirt, jr in liehe Frage gestellt ist, sondern auch eine pol Mchen die tschechische Grenze ist nahe "Und die nen duschen Zollbeamten", sagt Josef Zwick, "sind schulte Leute; sie passen auf, was hier gespic ;" wird Als Deutscher also hat Landrat Zwick t Vorbild gegeben; er hat, selbst wenn er auf s Gehalt, nicht angewiesen ist, ein Opfer gebraa Um so größer mag die Verpflichtung, nicht nur de Landes Bayern, sondern auch des Bundes sein, noch mehr zu helfen v. Z, m)f, n J j ft 1xr