Durch Vermittlung des Bundesinnenminister“ hat der Bundeskanzler die „freiwillige Selbstkontrolle des deutschen Films“ in Biebrich bei Wiesbaden aufgefordert, den Film „Bis fünf Minuten nach zwölf“ noch einmal vorzuführen und zu überprüfen, zu dem unausgesprochenen, aber nicht mißzuverstehenden Zweck, ihn nachträglich doch noch durch diese demokratische Institution verbieten zu lassen, nachdem die Polizeiminister der Länder auf einen Wink des Bundeskanzlers hin ihn bereits auf autoritäre Weise verboten haben. Offenbar hat man in Bonn erkannt, in welch eine unmögliche Situation man sich hineinmanövriert hat, insbesondere, nachdem nun die Senate von Bremen und Hamburg sich nicht den Bonner Wünschen gefügt und die Aufführung des Films erlaubt haben. So versucht man denn jetzt auf einem krummen Umweg zum Ziele zu gelangen, indem man einen Druck auf die Selbstkontrolle des deutschen Films ausübt. Welch eine Menschen Verachtung spricht aus dieser Aktion! Es wird interessant sein zu erfahren, ob diese Verachtung berechtigt ist und ob die gleichen Personen, die den gleichen Film freigegeben haben, ihn jetzt verbieten werden. tgl