Vor wenigen Wochen hat die Deutsche Hopfen-Verkehrsgesellschaft,eine zuletzt ausschließliche Institution der Pflanzer, die in den letzten Jahren durch Aufkäufe preisregulierend in das Marktgeschehen eingegriffen hatte, das Vergleichsverfahren beantragt. Ausgerechnet in einem Jahr, wo alles zusammenkam, um den Hopfenpreis von seinem überhöhten Niveau der letzten Jahre herunterzuholen. Noch 1950 war in der Hallertau für 50 kg bis zu 2000 DM bezahlt – worden. Damals hatte man den besorgten Stimmen auch der Brauereien wenig Gewicht beigemessen. Heute ruft man nach Staatshilfe, denn in den letzten Wochen wurde der Hopfen teilweise um 150 DM und schlecht tere Lagen noch darunter gekauft. Damit ist der Gestehungspreis unterboten.

Wie konnte es zu diesem Preissturz kommen? Die steigenden Preise der letzten Jahre bildeten einen Anreiz zur Vermehrung der Anbaufläche. Wenn man heute von einer nie dagewesenen Nachkriegsrekordernte von 350 000 Ztr. spricht, wird offenbar, daß die gesetzlich begrenzte Anbaufläche überschritten worden sein muß. Auf 10–12 v. H. schätzt man den Anteil des "schwarzen" Hopfens in Brauereikreisen, selbst wenn man dieser Rekordernte einmalige Hektarerträge zugrundelegt. Bei der Quantität der Ernte gab es teilweise auch hervorragende Qualitäten, andrerseits aber auch sehr schlechte Hopfen, Dagegen wird über einen Mangel an Mittellagen geklagt. Schließlich haben die Aufkäufermethoden von "Schmusern", von denen sich die Brauereien distanzierten, das ihre dazu beigetragen, um den nervösen Markt in manchen Gebieten noch mehr zu drücken.

Die Brauer, die nicht jedes Jahr von einem Extrem ins andre wechseln wollen, haben jetzt zu vermehrten Vorratkäufen aufgerufen, um zu verhindern, daß durch den Preisdruck eine Anbaubeschränkung eintritt, die im nächsten Jahr das Pendel wieder nach der andren Seite ausschlagen läßt: Ein Glück im Unglück: Mancher durch den hohen Exportpreis der Vorjahre vergrämter Auslandskunde konnte heuer, wenn auch unter Preisopfern, wieder zurückgewonnen werden. Auch die Genehmigung einer Staatsbürgschaft zum Ankauf von Hopfen sowie die Gründung von mehreren Hopfenverwertungsgesellschaften in den Anbaugebieten soll die Lage wieder stabilisieren helfen.

ähnliche Nervosität herrscht auf dem Braugerstenmarkt 35 000 t Braumalz warten vor den Toren der Bundesrepublik auf Einfuhrmöglichkeit, während 25 000 t einheimischer Gerste auf Lager liegen. In diesen Tagen wird der Kampf um "Wieder Liberalisierung oder nicht" und um den gleitenden Braumalzzoll mit aller Heftigkeit geführt werden. Wenn auch noch vor Jahresfrist die Brauereien keine Gerste zu dem amtlichen Höchstpreis bekommen konnten und für "schwarze" erheblich mehr erlegen mußten, sollten sie sich nicht von kurzsichtigen Revanchegelüsten leiten lassen, nachdem die Gerste zum Mindestpreis nur schwer abzusetzen ist. Dies hieße die einheimische Rohstoffbasis ruinieren.

Genau so wenig empfehlenswert erscheint (aus dem bayerischen Blickwinkel) allerdings auch die Konsequenz, die die Wirte daraus ziehen wollen: nämlich Erhöhung des Schanknutzens unter gleichzeitiger Senkung des Bierabgabepreises. Die gleiche Absicht dürfte der Forderung nach Bierpreisfreigabe zugrundeliegen. Beide Schritte würden Kapital aus der verbilligten Rohstoffbasis schlagen, aber den Verbraucher daran nicht teilhaben lassen. – en

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Die Schiffshypothekenbank zu Lübeck AG. Lübeck, schüttet für das Geschäftsjahr 1952/53 aus dem Gewinn (einschl. Gewinnvortrag) von 289 721 DM eine Dividende in Höhe von 6 v. H. aus. Wie aus dem in vorbildlicher Übersichtlichkeit gestalteten Jahresbericht zu ersehen ist, hat sich die Bilanzsumme von 48 auf 63 Mill. DM erhöht. Das Neugeschäft beläuft sich auf 23 Mill. DM und ergab sich in der Hauptsache infolge der Krediterhöhungen aus zentralen Mitteln, Neben einem ERP-Darlehen 16,4 Mill.) wurden 10,9 Mill. DM aus Mitteln des Bundesarbeitsbeschaffungsprogrammes übernommen. Infolge der unklaren Verhältnisse am Kapitalmarkt konnten Schiffspfandbriefe bedauerlicherweise nur im Gesamtbetrag von 1,5 Mill. DM abgesetzt werden. Am 31. März waren an Schiffshypotheken ausgeliehen: 12,1 Mill. DM als Deckungsdarlehen und 46‚4 Mill. DM als Darlehen aus zentralen Mitteln. Es wird in dem Jahresbericht sehr deutlich betont, daß es schon in der nächsten Zukunft dringende Aufgabe sein muß, die finanziellen Voraussetzungen für eine Fortsetzung des Wiederaufbaus der deutschen Handelsflotte zu schaffen, um hiermit gleichzeitig auch den Werften weitere Beschäftigungsmöglichkeiten nach der Abwicklung des derzeitigen Auftragsbestandes zu sichern.

Hanomag-Schlepper unter Tage. Im Kalischacht Grimberg der Gewerkschaft Wintershall wird erstmalig 428 m unter Tage ein 55-PS-Hanomg-Schlepper K 55 eingesetzt, um die in die Kalisalzmasse gesprengte 12 m breite Strecke für die Anlage der Gleise zu planieren.