Auf den Warenmärkten derWelt haben die Preisrückgänge auch in der zweiten Hälfte November wiedär überwögen. Betroffen wurden davon diesmal vor allem die Textilrohstoffe, von denen sogar Wolle Schwacheerscheinungea auszuweisen hatte. Rückläufig waren ferner die Notierunjen auf den Getreidemärkten, dem Markt der vegetabilen Cle und Fette und in den letzten Tagen des Monats auch die Londoner Preise für verschiedene NE Metalle. Im übrigen standen alle Märkte und Produkte — auch diejenigen, deren Preise sieh in der BericMsperiode etwas gebessert haben — im Zeichen gföBter Zurückhaltung der Käufer. Selbst die Spekulation wagt es zur Zeit nicht, sich stärker zu engagieren, da die Märkte zu labil geworden sind.

Von den Textllrohstoffen haben neben der in Überfluß vorhandenen Baumwolle, Wolle und Sisal, die beide aus.

Lnachgegeben. Fest geblieben sind nur Rayon undTKunstwolie. Die Notierungen für amerikanische Baumwolle waren infolge der Stützung durch die Regierung nur um wenige Punkt?rück.läußg. Dafür aber sind erneut größere Mengen in Beleihung gegangen. Bis Mitte des Monats waren nach amtlicher Statistik bereits 3 38 Mill. Ballen der diesjährigen, rnte au) diese Weise aus dem Markt genommen worden, dazu noch 1 51 Mill. Ballen der vorherigen Ernte. Demgegenüber bleibt der Baumwoilverbrauch der amerikanischen Spinnereien ständig hinter dem schon stark nachgebenden Verbrauch des vorigen Jahres zurück, und die Baumwollausfuhr läßt sogar noch mehr zu wünschen übrig. Die Baumwollindustrle Europas leistet neuerdings stärkeres Widerstand gegen die hohen amerikanischen Baumwollpreise und wendet sich immer mehr den billigeren Sorten zu. So ist in den letzten Woche namentlicärtwasiUsinische Bann, wolle in größeren Mengen gehandelt worden — Der ersuch des Internationalen beratenden Baumwoll Aysschusses ( auf seiner am 2. Nov eröffneten Konferenz in Washington) eine Vereinbarung nach Art des Weltweizenabkommens zustande zu bringen, ist nach zwei Wochen dauernden Verhandlungen aufgegeben worden. Begründung: Die Zeit sei dafür nod nicht gekommen. Der Ausschuß ersuchte jedoch die Vertreter der 23 attf der Konferenz vertretenen Nationea, im Interesse, einer größeren Stabilität der Baumwollpreise zusammenzuarbeiten. Für di neue Abschwächung der Juteptelse, die ta Kalkutta von 165 Rupies je Ballen für Dundee Daisee auf 155 Rupies ztirütlcgingen, sirtd keine besonderen Gründe vorhanden, Ein Überproduktion liegt nicht vor; für 195354 wird sogar infolge Anbaueinschränkung in Pakistan mit einer wesentlich kleineren Welternte gerechnet. Auf der anderen Seite fehlt es gegenwärtig an größerer Nachfrage voa amerikanischer Seite, und die Jutespinnereien in Dundee und Kalkutta sind anscheinend mit Rohware gut versorgt.

Auf den letzten Wo lläuktionen in Australien, Neuseeland, Südafrika und in London sind eigentlich nur noch die Preise für die feinsten Merinos nndCrossbreds fest geblieben. Alle übrigen Qualitäten gaben — erstmalig seit langer Zeit — bis um 71!v. Hnach. Es bleibt abzuwarten, ob dieser Preisrückgang nur vorübergehend ist oder sich weiter verbreitern wird. Von amtlicher amerikanisdier Seite wird darauf hingewiesen, daB die Welt Wollproduktion mit 4 410 Mill. Ibs eine bisher noch nie dagewesene Höhe erreicht hat, während der J Aoiv>r>>raiinhscharfzurückgegangenist und es " deshalb zVeifBliiafrsfSchelStr eb die neueReTsftrdferzetr gung zu den jetzigen hohen Preisen abgesetzt werden kann. Zu dem gesteigerten Absatz in den vorhergehenden Jahren hätten die Regierungskäüfe der USA und Englands für ihre strategischen Vorräte viel beigetragen. Der Wollhandel wird dadurch gewissermaßen vor unüberlegten Käufen gewarnt und Vrtrd gut tun, diese Warnung njcht in den Wind zu schlagen. Wie sehr sich die Lage auf dem Welt Reismarkt gegenüber den vorhergehenden Jahren mit ihrer Unterproduktion verändert hat, geht aus neuerlichen Berichten aus Bangkok und Rangoon hervor, wo sich Regierung und private Handelsfirmen bereits große Sorgen über die Unterbringung ihres Produktionsüberschüsses in Reis machen. In den letzten Wochen hat Japan, das in diesem Jahre im Gegensatz zu allen anderen Produfctionsländern eine sehr schlechte Ernte eingebracht hat, groSere Mengen Reis in Siam gekauft — man spricht von nahezu 200000 t—, und die Marktlage hat sich dadurch für Siam etwas gebessert. Dafür haben sich die Absatzsorgen in Birma, dem größten Ausfuhrland, noch gesteigert. Dort waren zur Zeit des Monsunbeginns Vorräte von rund 500 000 t aus der vorjährigen Ernte zurückgeblieben, die sich in der Folgezeit so verschlechtert hat, daß sie vor kurzem noch zu 60 £ per t fob vergeblich angeboten wurde — Auf dem deutschen Markt wurden vom binnenländischen Großhandel nur kleinste Mengen gekauft. Die fortwährenden Unterbietungen während der letzten Monate haben das Vertrauen zu diesem Artikel vor allem in neuer Ernte weitgehend untergraben. Man deckt deshalb nur noch den dringendsten Bedarf >l