Auf der HV der Forst-Ebnath AG, München, verlangte eine Gruppe von Minderheitsaktionären mit etwa 5 v. H. des vertretenen AK Aufklärung über die Umstände, die zur Abstoßung einer früheren Beteiligung in Brasilien geführt haben. Die Forst-Ebnath AG arbeitete, wie wir bereits berichtet hatten, bis zu ihrer Enteignung im Osten unter dem Namen Tüll- und Gardinenfabrik AG, Flöha im Vogtland. Die Vertreter der Minderheitsgruppe, RA Dr. von Berenberg-Goßler und Erich Krüger (beide Hamburg), forderten nachdrücklich eine Prüfung aller Umstände, die zur Veräußerung der Anteile an der Fabrica de Filo S. A. in Nova Friburgo (Brasilien) in den Jahren 1937 und 1941 geführt haben. Der Vorsitzende des AR. Dr. Werner Friedrich, München, erklärte die Bereitschaft der Verwaltung Sur Überprüfung der Angemessenheit des damaligen Entschädigungsbetrages, dagegen lehnte er die Überprüfung des grundsätzlichen Vorganges ab. Auch wegen der Benennung von drei Revisionsgesellschaften zur Auswahl seitens der Minderheitsaktionäre gab es Meinungsverschiedenheiten, die in der HV nicht geklärt werden konnten. Die Vertreter der Minderheitsgruppe vertraten den Standpunkt, daß die von ihnen allein benannte Deutsche Revision- und Treuhand-Gesellschaft die Namhaftmachung anderer Prüfer überflüssig mache. – Die HV genehmigte gegen die Erinnerung der Minderheitsaktionäre die Abschlüsse für das Rumpfgeschäftsjahr 1951 (1. April bis 30. September) und für 1951/52 (30. September). Der sich um den Gewinn aus 1951/52 in Höhe von 0,01 Mill. DM auf 0,09 Mill. DM verringernde Verlust wird auf neue Rechnung vorgetragen. Dem neuen AR gehören an: Dr. Werner Friedrich und Friedrich Möller (beide München) sowie ein Vertreter der Belegschaft.

Die Rheinstahl-Union Maschinen- und Stahlbau AG, Düsseldorf, eine aus dem Stahlverein entflochtene Holding, in der acht weiterverarbeitende Betriebe zusammengefaßt sind, teilt in einer Börsenbekanntmachung mit, daß das am 30. September zu Ende gegangene erste Geschäftsjahr 1952/53 ein befriedigendes Ergebnis erwarten läßt. Allerdings habe das Exportgeschäft unter erschwerten Wettbewerbsbedingungen gegen die ausländische Konkurrenz gestanden. Der Gesamtumsatz der Gesellschaft für 1952/53 (alles in Mill. DM) wird mit 523 angegeben gegenüber 468 bzw. 326 in den beiden vorangegangenen Jahren. Von den zur Rheinstahl-Union gehörenden Unternehmen steht die Hanomag mit einem Umsatz von 186 (1951/52: 197) an der Spitze. Es folgen das Eisenwerk Wanheim mit 89 (70), die Nordsee-Werke Emden mit 82 (50), die Dortmunder Union Brückenbau AG mit 72 (50), die Werkzeugmaschinenfabrik Wagner & Co. mit 11 (8), die Siegener Eisenbahnbedarf mit 35 (29), die Concordia-Hütte mit unv. 20 und die Bergische Stahlindustrie mit 28 nur für neun Monate (gegen 44 für das vorangegangene volle Geschäftsjahr).

Die Leipziger Verein-Barmenia Krankenversicherung AG, Wuppertal, legte als erste der führenden privaten Krankenversicherungen jetzt die DM-EB und die Abschlüsse bis einschl. 1951 vor. Für Ende 1953 wird mit 650 000 Versicherten gerechnet gegenüber 620 000 vor zwei Jahren. Die Leistungsquote betrug 1948/49 81,5 v. H. und 1951 einschl. der Aufwendungen für die Beitragsrückgewähr 78,3 v. H. Für 1953 liegt die Quote bisher bei 75 v. H. Die laufenden Verwaltungskosten stiegen von 10,4 der Beitragseinnahmen 1948/49 auf 11,1 v. H. in 1951. Für 1953 wird eine Beitragseinnahme von 40 Mill. DM erwartet. Das erweiterte Geschäftsjahr 1948/49 schließt mit einem Verlust von 0,08 Mill. DM, zu dessen Deckung die Rücklagen herangezogen wurden. In 1950 und 1951 wurden Überschüsse von 0,58 bzw. 0,70 Mill. DM erzielt, die der Rücklage für Gewinnbeteiligung zugewiesen wurden, wodurch diese Rücklage sich auf 2,8 Mill. DM zu Ende 1951 erhöhte. Die Ausschüttung von Gewinnanteilen ist zunächst zurückgestellt worden.

Das Konkursverfahren der Tuchfabrik Aachen AG ist am 23. November durch einen Zwangsvergleich beendet worden. Von den stimmberechtigten Forderungen (Gläubigern) in Höhe von 7,2 Mill. DM stimmten 6,73 Mill. DM für den Zwangsvergleich. Bei Vollbefriedigung der bevorrechtigten Forderungen erhalten die Vergleichsgläubiger eine Quote von 25 v. H. und zwar 10 v. H. in bar und 15 v. H. in neu auszugebenden Aktien der Tuchfabrik Aachen AG. Die Barzahlung erfolgt in vier Raten bis zum 30. 6.1955. Voraussichtlich wird in den nächsten Tagen vom Aufsichtsrat der Gesellschaft der Tuchfabrikant Hans Croon als technischer Leiter in die Tuchfabrik Aachen delegiert werden.

Die "Interessengemeinschaft der Reichsbankanteilseigner e. V.", München 23, Martinsstraße 8/1, beschloß auf der am 21. 11. 1953 stattgefundenen ersten a. o. Mitgliederversammlung die von einem bekannten Anwalt vorbereitete Feststellungsklage unverzüglich einzureichen, wenn das kommende Regierungsangebot nicht den Erwartungen entsprechen sollte, d. h. wenn die maßgeblichen Stellen die Relation zwischen altem Reichsbankkapital von 150 Mill. und neuem Kapital des Zentralbanksystems von 385 Mill. (1:2,55) auch weiterhin außer acht lassen. Da eine formelle Liquidation nicht stattfinden, vielmehr das gesamte Reichsbankvermögen und Reichsbankpotential mit Notenbankprivileg der Bundesnotenbank übertragen werden solle, repräsentiert nur ein Reichsbankanteil den Anspruch auf die der fraglichen Relation entsprechenden Anteile der Bundesnotenbank. Eine Umstellung 1:1 aber würde dem Bund ohne jede Berechtigung 3/5 des aufgestockten Reichsbankvermögens ausliefern.

Die Nachfolgegesellschaften der Gutehoffnungshütte sind mit Wirkung ab 1. November 1953 aus der alliierten Kontrolle entlassen worden. Es handelt sich um die Gutehoffnungshütte Aktienverein, Nürnberg-Oberhausen, die Hüttenwerk Oberhausen AG, Oberhausen (Rhld.), die Bergbau-Aktiengesellschaft Neue Hoffnung, Oberhausen (Rhld.), die Beteiligungs-Aktiengesellschaft Ruhrort, Duisburg/Ruhrort, sowie ihre Tochtergesellschaften, insbesondere die Gutehoffnungshütte Sterkrade-AG, Oberhausen (Rhld ).

Wie die Verwaltung der Dortmunder Hansa-Brauerei AG mitteilt, hat auch im abgelaufenen Jahr die Umsatzsteigerung angehalten. – Der Ausstoß liegt mit 30 v. H. über dem letzten Friedensausstoß (1938/39) auch wieder über dem höchsten Vorkriegsstand und mit an der Spitze der allgemeinen Entwicklung. – Der am 26. Januar stattfindenden Hauptversammlung wird sie die Verteilung einer von 5 auf 6 v. H. erhöhten Dividende auf das 6:5 umgestellte Kapital von 7 Mill. DM vorschlagen.