Aus der rund 35 000 Menschen starken Belegschaft der Farbenfabriken Bayer AG, Leverkusen, ist auf das Aktienangebot der Verwaltung ein überaus positives, teilweise sogar enthusiastisches Echo erfolgt. Das Unternehmen hat Ende November seinen Belegschaftsmitgliedern im Zusammenhang mit der Ankündigung der Jahresprämie ein Angebot auf Zeichnung der neuen Bayer-Aktien bis zu 25 v. H. des jetzt fälligen Prämienbetrages unterbreitet, wobei bis zu 300 DM Aktien zu 100 v. H. und darüber hinaus zum Kurs von 110 v. H. gezeichnet werden können. Die im Sommer 1954 fällige erste Dividende wird mit der Lohn- oder Gehaltszahlung unmittelbar nach der HV ausgeschüttet.

Eine Befragung, die wir anstellten, ergibt, daß etwa die Hälfte der Belegschaft sehr gern Aktien zeichnen würde. Die meisten aber haben, da das Angebot verhältnismäßig spät herauskam, schon über die erwarteten Beträge der Jahresprämie oder der Sondervergütung für 1953 disponiert und können so nicht oder nur zum Teil auf das Aktienangebot zurückkommen. Sie würden aber sofort von dem Angebot Gebrauch machen, wenn sich diese Gelegenheit erneut bieten und man rechtzeitig unterrichtet sein würde. Bis zum 15. Dezember ist das jetzige Angebot von Bayer befristet.

Sicherlich ist diese erste Erfahrung aus den Bayer-Werken noch nicht zu verallgemeinern. Sie gibt aber den Fingerzeig, daß ein derartiger oder ähnlicher Schritt zumindest in traditionsgewohnten Industrien mit Erfolg verbunden sein dürfte. Die Bayer-Verwaltung ist im Zuge des Aktienumtausches durch die Aufnahme von Spitzenbeträgen mit Hilfe der Banken in den Besitz dieser eigenen Aktien gekommen, die sie nun in einer begrüßenswert modernen Form wieder abgibt. Rlt.