Nach den bei der Bundesstelle für den Warenverkehr der gewerblichen Wirtschaft vorliegenden Zahlen wurden, wie die deutsche Geschäftsstelle des Internationalen Woll-Sekretariats mitteilt, im ersten Halbjahr nach Inkrafttreten der Liberalisierung für Wollgewebe aus den OEEC-Ländern, also in der Zeit vom 1. April bis 30. September 1953, für insgesamt 116,5 Mill. DM Einkaufs- und Zahlungsbewilligungen für Wollgewebeeinfuhren ausgegeben. Zu Beginn der Liberalisierung hatte man in zuständigen Kreisen den Wert der Wollgewebeeinfuhren auf rund 200 Mill. DM im Jahr geschätzt. Da nach den Vorkriegserfahrungen Tuche und Wollstoffe hauptsächlich in den Sommermonaten für die kommende Wintersaison importiert werden, und diese etwa 60 bis 66 v. H. der gesamten Jahreseinfuhr betragen, ist die tatsächliche Einfuhr hinter den Erwartungen zurückgeblieben. Nach den Ergebnissen im Sommerhalbjahr dürfte der Wert der Einfuhren des gesamten Jahres bis zum 31. März 1954 die Summe von 170 bis 173 Mill. DM kaum übersteigen. Offensichtlich ist es also den gesteigerten Leistungen der deutschen Tuchindustrie gelungen, die Neigung der deutschen Verbraucher nach Importwaren abzuschwächen. Es.