Daß es für Kinder und Jugendliche nichts Verlockenderes gibt als das Abenteuer in jederlei Gestalt, versteht sich. Wie begeisternd muß es aber erst sein, wenn unternehmungslustige Jungen von Abenteuern lesen, die wirklich passiert sind und deren sozusagen geschichtsbestätigte Helden ihresgleichen waren! Es soll den Ruhm jener vier: Marcel, Georges, Jacques und Simon aus Montignac in der Dordogne nicht schmälern, daß an ihrer Entdeckung am 12. September 1940 eigentlich ihr Foxterrier den größten Verdienstanteil hatte, Denn dieser – mit Namen Robot – war es, der die Höhle von Lascaux erschnüffelte, in der die Jungen dann die 20 000 Jahre alten Wandmalereien bestaunen konnten, die vor ihnen vielleicht seit der jüngeren Eiszeit niemand gesehen hatte. Die Geschichte dieses wahren, kulturhistorischen Abenteuers hat nun ein Höhlenkenner und -forscher so fesselnd und dabei einfach erzählt, daß die Jugend, die nun einmal ein beglaubigtes Anrecht darauf hat, davon zu erfahren, sie mit aller Unmittelbarkeit nacherleben kann und dazu eine Menge positiver Kenntnisse profitiert. Das Buch heißt:

Hans Baumann: "Die Höhlen der großen Jäger." Ensslin & Laiblin Verlag, Reutlingen, 107 S.

Es enthält obendrein gut reproduzierte Abbildungen der uralten Kunstwerke und bietet ein Musterbeispiel unterhaltender Belehrung, nicht nur in Sachen der Wissenschaft, sondern auch der bildenden Kunst.

Der gleiche Verlag zeigt auch mit anderen Büchern, daß er eine besonders glückliche Hand hat, abenteuerliche Tatsachenberichte zu finden, die von Menschen des schulpflichtigen Alters als spannende Erholungslektüre "gefressen" werden, ohne daß sie dabei merken, wieviel solides Wissen sie aufnehmen und verarbeiten. Da wurde ein deutscher Forscher von einem Museum beauftragt, Südpolartiere zu beschaffen. Auf einem alten Segelschiff trat er von Buenos Aires aus die Fahrt an. Das gab dann eine unausgesetzte Folge abenteuerlicher Erlebnisse sowohl mit dem alten Kahn und seiner Bedienung wie mit den vielgestaltigen Vertretern der Fauna, die den hart mit allen Unbilden der Natur – erst Hitze, dann Eiseskälte – kämpfenden Jägern begegnen und ihnen zur Beute fallen.

Erich Dautert: "Auf Walfang und Robbenjagd" (270 S.),

nennt sich das interessante Fahrtenbuch, in dem es auch an heiteren Episoden nicht fehlt und das gute Zeichnungen von Hilda Körner und Lothar Walter freundlich beleben.

Ebenfalls bei Ensslin & Laiblin erschien: