Wenn der Kölner Bankier und Bundestagsabgeordnete Dr. Robert Pferdmenges, der als "stiller Arbeiter" bekannt ist und die Zurückhaltung liebt, in der Öffentlichkeit das Wort ergreift, hat er immer etwas Gewichtiges zu sagen. Vor dem Wirtschaftsbeirat der CSU Bayerns entwickelte Pferdmenges am letzten Wochenende seine Stellungnahme zu den aktuellen Problemen des Kapitalmarktes. Mit einer an ihm ungewohnten Leidenschaft rief der nüchterne und sachliche Redner dazu auf, mutige Entschlüsse zur wirksamen Senkung der Einkommens- und Körperschaftssteuern zu fassen, um die unternehmerische Leistung anzuregen und so zu einem höheren Sozialprodukt zu kommen. Milliardenersparnisse an Steuern hält Pferdmenges für möglich durch Abkehr von den Kapitalinvestitionen der öffentlichen Hand allein im sozialen Wohnungsbau und durch Überleitung in die private Finanzierung, sowie durch Wiederherstellung der Kostenmiete. Die Struktur der gegenwärtigen Kreditverfassung mit nur 25,5 Mrd. DM langfristig fundierter Schulden bei einem Gesamtkreditvolumen von 75 Mill. DM nannte er abnorm. Das Übermaß an Steuerbelastung drohe in eine Liquiditätskrise oder sogar zu Krediteinfrierungen zu führen. Die Unterlassung wirksamer Maßnahmen, für die Pferdmenges eine Reihe von Vorschlägen machte, bezeichnete er als Selbstmord aus Angst vor dem Tod. Man sollte hoffen, daß dieser Appell dieses Wirtschaftsführers bei allen, die es angeht, einen entsprechenden Widerhall findet. Vo.