Trotz erfreulicher Fortschritte konnte die Bilanz der Bayerischen Motorenwerke AG München lt. GB 1952 noch keinen Gewinn ausweisen, da vorsichtige Disposition nen und der Stand des Wiederaufbaus der Produktionsstätten dies noch nicht zulassen. Der Wiederaufbau, für die Motorradproduktion beendet, wird für die Wagenfabrikation auch noch die erste Hälfte von 1954 brauchen. Nach schwersten Demontage- und Kriegsschäden investierte BMW von 1948/49 bis 1952 für Gebäude, Maschinen und Betriebsausstattung insgesamt 40 Mill DM. Da 1953 und 1954 eine volle Selbstfinanzierung aus dem laufenden Geschäft nicht mehr möglich sein wird, sind mittelfristige Kredite notwendig. Gegenüber 25 050 Motorräder in 1951 wurden 1952 rund 28 300 hergestellt; Der Export, der in 67 Staaten ging, hielt in der Stückzahl die Vorjahrshöhe und wurde im Wert um 5 v. H. gesteigert. Der Exportanteil an der Erzeugung betrug 22 v. H. Kritisiert wird die Ausweitung der Typen am Motorradmarkt, die auf rund 130 gestiegen sind und zu einer Beunruhigung des Marktes beitragen. Der Staat wurde aufgefordert, seine Anforderungen an den Kapitalmarkt so zu regulieren, daß dieser auch noch den erheblichen Finanzierungsbedürfnissen der Wirtschaft Rechnung tragen könne.

Die HV genehmigte bei 990 DM-Aktien-Stimmenthaltung den Abschluß. AR-Vorsitzer Dr. von Mangoldt-Reiboldt betonte, daß das Ausbleiben einer Demontageentschädigung – der Zeitwert der Schäden bei BMW wird auf 100 Mill. DM und der Zinsverlust auf 16 Mill. DM beziffert – die Verzögerung des Produktionsausbaus bedingt, und damit bisher eine Rendite für die Aktionäre verhindert habe. Wie weiter mitgeteilte wurde, war auch im laufenden Jahr der Absatz bei Krafträdern sehr zuf riedennstellend. Der Export ging zwar im Wert etwas zurück, doch konnte die Stückzahl gegenüber 1952 gehalten werden. Das seit Dezember 1952 angelaufene Warengeschäft konnte auch auf den Auslandsmärkten – Hauptkunden sind die Schweiz und Schweden Fuß fassen. Gegenwärtig bereitet man den Aufbau des außereuropäischen Marktes vor. Um saisonalen Absatzschwankungen zu begegnen, mußte man sich ab sofort zu einer 32-Arbeitsstunden-Woche entschließen. Man hofft jedoch, im Februar/März 1954 wieder zur normalen Arbeitszeit übergehen. zu können. H. K.

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Westfälische Drahtindustrie Hamm (Westf.). Die Verwaltung legte der HV den Bericht über das Geschäftsjahr 1952/53 vor. Infolge der alliierten Anordnung zur Entflechtung ist die in mehr als 40jähriger Tradition bewährte Verbindung mit der Firma Fried. Krupp erloschen. Die geschäftlichen Beziehungen, insbesondere auch zu der durch die Entflechtung entstandenen Hüttenwerk Rheinhausen A. G., bestehen fort. Für die geschäftliche Entwicklung in der Berichtszeit war der zunehmende Wettbewerb im In- und Ausland bestimmend. Die Auswirkungen dieser Marktsituation wurden durch die Höhe der deutschen Walzstahlpreise verschärft. Die Ausfuhr litt insbesondere darunter, daß die Exportförderungsmaßnahmen der Bundesrepublik nicht denen der europäischen Konkurrenz! an der entsprechen. Aus dem Reingewinn werden 4 v. H. bevorrechtigte Gewinnanteile auf die Vorzugsaktien ausgeschüttet. Der restliche Gewinn wird auf neue Rechnung vorgetragen.

Bubiag rechnet mit bescheidener Dividende. Die Braunkohlen- und Brikett-Industrie AG – Bubiag –, München (AK 14,76 Mill. DM), rechnet für 1952/53 (30. Juni) mit einer bescheidenen Dividende, wie auf der HV in Frankfurt/M. mitgeteilt wurde. Die Jahresabschlüsse 1950/51 und 1951/52 erbrachten erstmals wieder Gewinne, durch die die Verluste aus den Vorjahren getilgt werden konnten rund 37 000 DM Gewinn verblieben zum Vortrag.

Die Ferrostaal Aktiengesellschaft wird (nachahmenswerten weise) auf den Versand von Glückwunschkarten zum bevorstehenden Jahreswechsel im Inland verzichten und statt dessen einen Geldbetrag für wohltätige Zwecke zur Verfügung stellen.

Beträchtliche Geschäftsausweitung bei Wüstenrot. Das Sparaufkommen der Bausparkasse ist auch in diesem Jahr laufend gestiegen. Die Gesellschaft konnte daher für 1953 schon bis Oktober 140 Mill. DM auf 11 000 Bausparverträge bereitstellen. Diese Leistung, übersteigt die Gesamtausschüttungen des Vorjahrs um rund 50 v. H.