B. R. H., Düsseldorf

Diors kurze Röcke – shock (shoking) look genannt – paradierten am Wochenende an Rhein und Ruhr für die Wohltätigkeit. Eine gesellschaftliche Galasoiree mit rund 700 Gästen in der "Villa Hügel" hoch über der Ruhr mit einem Empfang von Essens Oberbürgermeister Dr. Toussaint und eine Modenschau "ohne sonstige leibliche Genüsse" im Düsseldorfer "Klein-Sanssouci", nämlich im Schloß Benrath, mit 400 Gästen, sollten Geld einbringen um Not zu lindern. In der Villa Hügel waren vor allem die Spitzen von Industrie und Wirtschaft zu Gast. Im Schloß Benrath trafen sich die Pcitiker und das diplomatische Korps. Schirmherrin beider Veranstaltungen war Madame François Joncet.

"Neine Mutter macht jedes Jahr ein bis zwei mildtätige Veranstaltungen. Mal ist es ein Ball und eingroßes Büfett, mal wird ein besonders guter französischer Film gezeigt", erzählte François-Poncet, der Junior des französischen Seniors in Deutschland

Der Reinertrag der beiden Veranstaltungen kommt notleidenden französischen Staatsbürgern in Deutschland und notleidenden deutschen Bundesbügern in Essen und Düsseldorf zugute. Die Unkosten hielten sich in Grenzen. Die Mannequins erleben nur "die nackten Reisespesen" ab Bundesgrenze ersetzt. Der Zoll arbeitete bei der Abfertigung der 120 Modelle im Zollwert von 50 Millionen Francs rationell pan-europäisch. Die Helfer und Organisatoren der Feste arbeiteten ehrenamtlich. Freikarten gab es nicht.

Bleibt zu hoffen, daß noch vor Weihnachten von diesen Festen der Großen etwas Freude auf die Kleinen rieselt: Um die 35 000 DM dürften eingekommen sein. Womit erwiesen wäre, daß der kurze Rock auf lange Sicht auch Menschen ohne modische Ambitionen Freude machen kann.