"Friedrich Flick ist der erste, der die diskriminierenden Verkaufsauflagen der Alliierten praktisch erfüllt und sich von seinem großen Kohlenbesitz getrennt hat Nachdem im Mai 1953 der Verkauf von 51. v. H. des AK von 127,6 Mill. DM der Harpener Bergbau AG an eine französische Interessentengruppe bekanntgegeben wurde, erfolgte jetzt die Mitteilung des Verkaufs von ebenfalls 51 v. H. des 79 Mill. DM betragenden AK von Essener Steinkohle AG. Waren es im Frühjahr Franzosen, die als Käufer auftraten, so bemühten sich diesmal vor allem Italiener und Belgier um das Paket. Aber Friedrich Flick gab es an. die aus der Mannesmann-Gruppe ausgegliederte Consolidation – Bergbau AG ab. Bei Friedrich Flick liegen nun nur noch 5,2 v. H. des AK der Essener und etwa 10 v. H. von Harpen, deren Verkauf kein Problem mehr darstellt.

Zu der bemerkenswerten Transaktion ist zu hören, daß für den Verkauf von Essener an Consolidation eine alliierte Ausnahmegenehmigung erteilt wurde, wobei sich sowohl die britischen wie amerikanischen Stellen fair und hilfsbereit erwiesen haben, während die Franzosen die üblichen Schwierigkeiten machten. Die Kaufsumme liegt etwas über pari und wurde zum erheblichen Teil in bar geleistet. Für den deutschen Käufer Consolidation ist der Zuwachs zugleich eine Abrundung der verfügbaren Kohlensorten. Er bedeutet, aber auch die Sicherung der Förderung auf sehr lange Zeiten. hin. Essener Steinkohle verfügt nämlich über einen noch eingeritzten Felderbesitz von rund 1 Mrd. t. Bei Consolidation aber läuft die Zeche Elisabeth in etwa 15 Jahren aus. Da auch die Alliierten in der Transaktion keine übermäßige Konzentration sehen, dürfte die Verkaufsauflage für Flick-Kohle allseitig befriedigend gelöst sein. R.