DIE ZEIT

Rechtswirrwarr lähmt die Verwaltung

Ich bin ja der Meinung, daß es zu viele Ministerien gibt –, aber eines, das wirklich nötig wäre, fehlt immer noch: ein Ministerium zur Verhinderung von Gesetzen.

Späte Rache

Um sich für die Beibehaltung der Oder-Neiße-Linie als deutsch-polnische Grenze einzusetzen, hätte Daladier nicht nach Polen zu fahren brauchen.

Gefährliches Spiel

Die Verfassung, in der sich der Westen in diesem Augenblick befindet, in dem er sich auf schwierige und langwierige Verhandlungen mit dem Osten einlassen muß, kann nur zu tiefer Besorgnis Anlaß geben.

Eisenhower wird aktiv

Die große Rede über die internationale Kontrolle der Atomwaffen, die Präsident Eisenhower vor den Vereinten Nationen gehalten hat, muß, wenngleich sie ein Weltproblem behandelt, auch unter dem Aspekt der amerikanischen Innenpolitik betrachtet werden.

Was sonst noch geschah

In einer Rede in der UNO entwickelte Eisenhower den Plan einer internationalen Atombehörde, die im Rahmen der Vereinten Nationen die Verwendung der Atomenergie für friedliche Zwecke entwickeln solle.

Gärung im Führerkollektiv

Es ist wieder so wie in der Berija-Zeit: In der Provinz erfolgen Personalveränderungen als Ankündigung eines Gewitters, das sich in der Zentrale zusammenzieht.

Kein Feuerwerk mehr in Israel

Mit dem Rücktritt des israelischen Ministerpräsidenten Ben Gurion und der Ernennung des bisherigen Außenministers Mosche Scharen zum Regierungschef hat ein bedeutungsvoller Wechsel stattgefunden.

Ein Deutscher in Schweden

Die Auseinandersetzung über die im Ausland beschlagnahmten deutschen Vermögen ist alt. Sie wird meist in der vergleichsweiseabstrakten Sprache der Wirtschaftspolitik geführt.

Ein moderner Postminister

Der neue Bundespostminister, Dr. Siegfried Balke, der das zweite Kabinett Adenauer als Spätberufener endlich komplettierte, ist ein Mann der Wirtschaft.

Hauptankläger

Der Hauptankläger in den Nürnberger Prozessen, General Taylor, wird demnächst vor einem der Kongreß-Ausschüsse zu erscheinen haben, die die Loyalität der amerikanischen Beamten überprüfen.

Francos Trumpf

Gibraltar ist ein Name, der wie eine Peitsche knallt, der unser Gesicht rot färbt", sagte kürzlich ein spanischer Politiker.

Spannung im Amt Blank

Im Bundeshaushalt für das Rechnungsjahr 1954 sind die Mittel für einen Staatssekretär-Posten in der Dienststelle Blank vorgesehen.

Todgeweihte Kultur

In New York läuft jetzt seit geraumer Zeit (im Theatersaal eines Hotels) die Aufführung einiger Einakter von Scholem Alechem.

Amerikas Chinapolitik und Europa

Staatssekretär Dulles erklärte vor Beginn der Bermuda – Konferenz, daß die Vereinigten Staaten "unter den gegenwärtigen Umständen" an eine Änderung ihrer Chinapolitik nicht denken könnten.

Moskaus Plan für Berlin

Wie bereitet der Osten die Berlin-Konferenz vor? Äußerlich läßt er kein organisatorisches Interesse spüren. Zu dem vom Westen vorgeschlagenen Tagungstermin des 4.

Umstrittenes Referat

Das Bundesministerium für gesamtdeutsche Fragen hat, wie schon sein Name sagt, Aufgaben wahrzunehmen, die sich auf die im Osten wie im Westen vorläufig abgetrennten Gebiete beziehen, soweit sie innerhalb der Grenzen von 1937 liegen.

Der Striese von Remscheid

Nicht nur als Bühnenfigur, auch als leibhaftig wirkende Gestalt kommt in unserer Zeit Paul und Franz von Schönthans enthusiastischer Theaterpraktiker Striese aus dem "Raub der Sabinerinnen" wieder zur Geltung, der immer einen Weg findet, seine Kunst anzubringen.

Das Meer

Was gibt ein Schiff, das zwischen Himmel und Meer schwebt, nicht für weite Sphäre zu denken! Alles gibt hier dem Gedanken Flügel und Bewegung und weiten Luftkreis: das flatternde Segel, das immer wankende Schiff, der rauschende Wellenstrom, die fliegende Wolke und der weite, unendliche Luftkreis! Auf der Erde ist man an einen toten Punkt angeheftet und in den engen Kreis einer Situation eingeschlossen.

Dichter der Haute-volée

An das Ableben des Pariser Dramatikers Henri Bernstein, dessen Erscheinung unser Nachruf würdigt, hat sich in der französischen Presse eine Kontroverse mit schönem Abschluß geknüpft: François Mauriac hatte im "Figaro" einen Nekrolog mit manchen Reserven geschrieben, gegen den Bernsteins Tochter in einem offenen Brief entrüstet Klage führte.

Herder und das zwanzigste Jahrhundert

Die Frage "Was wäre geschehen, wenn...?" führt allemal in Fallgruben. Der Prozeß der Geschichte ist ja unumkehrbar. Trotzdem hat es einen guten Sinn, hin und wieder solche Rückfragen zu stellen.

Verse aus dem Vulkan

Der aus Wales stammende englische Lyriker Dylan Thomas ist, erst 39 Jahre alt, kürzlich auf einer Vortragsreise in New York gestorben, und erst dieser tragisch frühe Tod bringt der englischen Öffentlichkeit zum Bewußtsein, daß mit ihm wahrscheinlich der größte englische Lyriker von heute dahingegangen ist.

Reichtum der Variationen

Es ist eine sehr schöne Ausstellung von Werken Oskar Schlemmers, die jetzt in der Kestner-Gesellschaft in Hannover gezeigt wird und die vorher in Stuttgart und München zu sehen war, eine Ausstellung, die uns nachdenklich stimmen sollte.

Engel blicken nur geradeaus

Der Rauschgoldengel sah sie die Straße herunterkommen. – Endlich ein paar Kinder, dachte er, und freute sich auf ihren Besuch.

Von jungen Großmüttern und alten Kindern

Während noch die zweite Hälfte des 19. Jahrhunderts in der Medizin ganz im Zeichen des Ringens um die Beherrschung der großen Volksseuchen Cholera, Pest, Pocken, Diphtherie und Typhus, steht, wenden sich die medizinischen Bemühungen ab 1900 mehr und mehr den Säuglingen und Kindern zu, so daß man die erste Hälfte unseres Jahrhunderts schon das Jahrhundert des Kindes nannte.

Heiligung des Profanen

Wie das Heilige profaniert werden kann, vielleicht sogar muß, um sich in der Welt auszuwirken, so kann eine gewisse beschauliche Frömmigkeit auch eine Art Heiligung des Profanen mit sich bringen.

Eine Legende wird zerstört

In der Reihe der "Kleinen Geschichten" des HeinrichScheffler Verlags (Frankfurt) ist. jetzt von Höpfl die "Kleine Geschichte Englands" erschienen.

Hast du keine Angst?

Lesen und Lesen ist zweierlei. Man kann stumm lesen, nur mit den Augen, die ein Schriftbild aufnehmen und sogleich an den Verstand weiterleiten, damit er das Mitgeteilte verarbeite.

Nordrhein-Westfalen: Dior, der Wohltäter

Diors kurze Röcke – shock (shoking) look genannt – paradierten am Wochenende an Rhein und Ruhr für die Wohltätigkeit. Eine gesellschaftliche Galasoiree mit rund 700 Gästen in der "Villa Hügel" hoch über der Ruhr mit einem Empfang von Essens Oberbürgermeister Dr.

Bayern: Gebet am Rathaus

Wahrer Mittelpunkt Münchens ist die Statue Mariens beim Rathaus, überragt im Hintergrund von den Kuppeltürmen unserer Lieben Frau.

Wohin mit Helgoland?

Durch die Blätter rauscht eine Nachricht, die zwar neu scheint, aber eine stattliche Ahnenreihe hat: Die FDP-Fraktion des Niedersächsischen Landtages schlägt vor, die Insel Helgoland, heute verwaltungstechnisch Bestandteil des Landes Schleswig-Holstein und zwar des Kreises Pirneberg, solle zu Niedersachsen und zwar zum Kreis Hadeln geschlagen werden.

Hessen: "Heilige der letzten Tage"

In diesen Tagen wurden der "Kirche Jesu Christi der Heiligen der letzten Tage" – der Kirche der Mormonen – von der hessischen Landesregierung die Rechte einer öffentlichen Körperschaft verliehen.

Kulturkampf droht

Die Landessynode der evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannover hat sich nun, nachdem die katholischen Bischöfe von Hildesheim und Münster in sehr scharfer Form gegen den Schulgesetzentwurf des niedersächsischen Kultusminister riums Stellung genommen haben und katholische Kreise in vielen Orten des Landes gegen die vorgesehene Gemeinschaftsschule protestieren, ebenfalls mit der Schulfrage beschäftigt.

Baden-Württemberg: Vorsicht-Längstwellen

In Karlsruhe, wo Heinrich Hertz 1887 die erstenKurzwellenversuche machte, beobachtet man heute die "Längstwellen". Man hat festgestellt, daß sich die Zahl der Verkehrsunfälle verdoppelt, wenn sich im Luftmeer "kritische Vorgänge" abspielen.

Milchwerbung

Nach Berechnungen des Statistischen Bundesamtes erreichte die Milchproduktion der westdeutschen Kühe im Oktober 1,3 Mill. t.

Neugierige BdL

Es war den Finanzbehörden nicht angenehm, daß verschiedene Publizisten an Hand der Bankausweise und Bankstatistiken nachrechneten, wie hoch die Kassenreserven der öffentlichen Hand sind.

Mehr Mut – meine Herren!

Mit der Ministerratssitzung der OEEC Ende Oktober in Paris scheint in der internationalen Diskussion über weitere Fortschritte in Richtung auf eine freie Währungskonvertierbarkeit und Liberalisierung so etwas wie ein Winterschlaf eingetreten zu sein.

"Schwarze" Handwerkskonkurrenz

Der neue Bundestag wird sich in aller Kürze mit dem Problem der Schwarzarbeit zu beschäftigen haben. Die 22 Abgeordneten aus dem Handwerk werden gewiß darauf bedacht sein, daß der im Bundesarbeitsministerium ausgearbeitete Gesetzentwurf bald zur Debatte gestellt wird.

Erhard wieder daheim

Das Reisegepäck des Bundeswirtschaftsministers war weniger umfangreich als gewichtig, als er, gerade aus Amerika, gekommen, wieder heimatlichen Boden unter den Füßen hatte.

Deutschland fehlte zum zweitenmal

Nicht als Arbeitsbeschaffungsaktion für jene, die von der Werbung leben, sondern um die breite Öffentlichkeit über die Werbung und ihre Funktionen aufzuklären, fand von den der Union Internationale de la Publicite angeschlossenen Ländern die zweite Weltwoche der Werbung statt.

Türkei im Mauser-Stadium

Mit der Demokratisierung des türkischen Staatswesens öffneten sich 1950 für das Land beträchtliche ausländische, vor allem amerikanische, Hilfsquellen.

Krisenzeichen in Libanon

Seit Monaten zeichnen sich in Libanon ernste Krisenerscheinungen immer deutlicher ab. Die Banken sind äußerst zurückhaltend bei der Kreditgewährung, mehrere Konferenzen der Wirtschafts-, Finanz- und Industriekreise mit höchsten Regierungsstellen fanden bereits statt, und eine Reihe von Firmen mußte ihre Zahlungsunfähigkeit erklären.

Anstößige Kreditverflechtung

Wann ein buchführender Kaufmann einen Kredit von 6000 DM mit 10 v. H. Zinsen aufnimmt, um davon zehn Schreibmaschinen im Wert von je 600 DM für seine Büros anzuschaffen, so kann er sowohl die 6000 DM auf Grund der Bewertungsfreiheit für geringwertige Wirtschaftsgüter des Anlagevermögens sofort voll absetzen (§ 6 Absatz 2 EStG 1953), als auch die Zinsen für den aufgenommenen Kredit als Betriebsausgaben geltend machen.

Rheinstahl-Aktie goldumrandet

Obwohl noch nicht feststeht, welche Aufgabenstellung die Rheinische Stahlwerke, Essen, in Zukunft innehaben werden und ob wohl noch keine endgültige Bilanzierung nach dem DM-Bilanzgesetz möglich ist, darf doch schon jetzt gesagt werden, daß in der Holding Rheinstahl sehr hohe Substanzwerte zusammengefaßt sind und die künftige Rheinstahl-DM-Aktie "goldumrandet" sein wird.

Die Börse auf Dividendensuche

Wenn auch die abgelaufene Börsenwoche keine durchgreifende Belebung der Aktienmärkte brachte, so war doch nach Überwindung des Steuertermins am 10.

Flick entkohlt

"Friedrich Flick ist der erste, der die diskriminierenden Verkaufsauflagen der Alliierten praktisch erfüllt und sich von seinem großen Kohlenbesitz getrennt hat Nachdem im Mai 1953 der Verkauf von 51.

Ausbau bei BMW

Trotz erfreulicher Fortschritte konnte die Bilanz der Bayerischen Motorenwerke AG München lt. GB 1952 noch keinen Gewinn ausweisen, da vorsichtige Disposition nen und der Stand des Wiederaufbaus der Produktionsstätten dies noch nicht zulassen.

+ Weitere Artikel anzeigen