Nach Berechnungen des Statistischen Bundesamtes erreichte die Milchproduktion der westdeutschen Kühe im Oktober 1,3 Mill. t. Damit lag der Milchertrag gegenüber Oktober 1952 um 10,1 v. H. höher, und die Frage der Absatzsicherung ist um so ernster geworden. Wie ernst es damit bestellt ist, ersah man daraus, daß sich der Bundestag im Anschluß an eine Anfrage des CSU-Landwirtschaftsexperten Dr. Horlacher sehr eingehend mit der Sicherung eines stabilen Trinkmilchpreises und stärkeren Werbemaßnahmen zur Steigerung des Trinkmilchverbrauchs beschäftigte. Bundesernährungsminister Dr. Heinrich Lübke bezeichnete als Lösung die Normalisierung der Agrarstruktur und die Senkung der Betriebsmittelkosten. Das müsse, so sagte er, bei Eisen und Stahl, Treibstoff und Düngemitteln beginnen...

Sicher könnte noch sehr viel zur Steigerung des Milchverbrauchs getan werden. Dazu gehört aber auch, daß es künftig westdeutsche Gaststätten nicht für unter ihrer Würde liegend ansehen, wenn sie einem Gast ein Glas Milch servieren sollen. Und auf keinen Fall wird für die Milch "eine Lanze gebrochen", wenn man auf dem Hauptbahnhof in Köln für ein Glas 1/2 1) 25 Pf zahlen muß. Im Milchgeschäft "nebenan" bekommt man das Liter bereits für 38 Pf. -zke.