Es war den Finanzbehörden nicht angenehm, daß verschiedene Publizisten an Hand der Bankausweise und Bankstatistiken nachrechneten, wie hoch die Kassenreserven der öffentlichen Hand sind. Nicht mit Unrecht wandten sie ein, daß aus diesen Zusammenstellungen keine Schlüsse auf die Etatslage "der" Länder usw. gezogen werden dürften, da in den einzelnen Positionen ganz unterschiedlich zu bewertende Posten zusammengefaßt seien. Oft genug sei es auf Zufälligkeiten zurückzuführen, ob ein Posten unter den öffentlich-rechtlichen oder unter den privatwirtschaftlichen Einlagen der Banken aufgeführt wird. Es wurde unter diesen Umständen allgemein begrüßt, daß die BdL zum 31. Oktober eine Sondererhebung über die öffentlichen Einlagen im Bankensystem durchgeführt hat. Nur so läßt sich – dachte man – Klarheit in einen Bereich bringen, der sich auch für unser Land in ein Halbdunkel hüllt.

Die sich hierbei offenbarende Neugier der BdL aber scheinen einige Landesfinanzministerien für unangebracht gehalten zu haben. Als nämlich die Notenbank ihre Erhebungsunterlagen näher besah, mußte sie feststellen, daß ein guter Teil der Bankeinlagen der öffentlichen Hand abgezogen war, und daß die gleichen Beträge bei den Geldmarktpapieren, deren Eigentümer sich über eine Bankstatistik nicht ermitteln lassen, wieder auftauchten. Die Statistik wird also, wie die BdL resigniert feststellt, Ergebnisse zeigen, die mit der Wirklichkeit nicht übereinstimmen.

So ist es der Finanzbürokratie gelungen, die zu überspielen, die ihr auf die Finger schauen wollten. Rlb