B. G., Karlsruhe

In Karlsruhe, wo Heinrich Hertz 1887 die erstenKurzwellenversuche machte, beobachtet man heute die "Längstwellen". Man hat festgestellt, daß sich die Zahl der Verkehrsunfälle verdoppelt, wenn sich im Luftmeer "kritische Vorgänge" abspielen.

Die soeben in Karlsruhe gegründete "Arbeitsgemeinschaft für praktische Bioklimatik" behauptet, daß die Wellen zwischen fünf und 50 Kilometer Länge 50 Prozent aller Verkehrsunfälle verschulden. Dabei haben die Bioklimatiker nicht etwa äußere Erscheinungsformen wie Nebel oder Glatteis im Auge, sondern die Auswirkungen einer "labilisierten Atmosphäre". Diese Atmosphäre lasse auch die Selbstmordkurve ansteigen und bringe die Fieberdiagramme in den Krankenhäusern in Unordnung.

Einer der Initiatoren der Bioklimatik ist der Karlsruher Professor Dr. H. H. Kritzinger. Als Gymnasiast beobachtete er, daß der "Wetterfisch" (zoologisch: Misgurnus) bei Wetterveränderungen "nervös" wurde und aus dem Aquarium sprang. Verwundete haben oft die Erfahrung gemacht, daß plötzlich die Narbe oder der Amputationsstumpf schmerzt. Durch die Schmerzen kündigt sich einen halben Tag oder noch länger vorher ein Wetterumschlag an. Bei all jenen Reaktionen sind die Strahlungen der Längstwellen im Spiel. Die "Krisenwellen" können zeitweilig sogar Bewußtseinstrübungen bringen. Man hat bereits ein Warngerät entwickelt, das auch diese Strahlungen anspricht.