Die britischen Gewerkschaften haben im Anschluß an ihren 24-Stunden-Warnstreik im Maschinen- und Schiffsbau (am 2. Dezember) ein neues Kampfmittel angedroht, um ihre Lohnerhöhung von 15 v. H. zu erzwingen: das Verbot der Überstunden und Akkordarbeit. Noch hat man die Arbeitgeber über den Zeitpunkt des Inkraftsetzens dieses neuartigen Kampfmittels im unklaren gelassen, aber schon heute ist als erste Reaktion auf seiten der Arbeitgeber und auch der Arbeitnehmer eine ungewöhnliche Unruhe festzustellen. Für die Arbeiter würde dieser Schritt im Durchschnitt einen Lohnausfall von rund 3 £ je Woche ausmachen, für die Unternehmer aber hätte dieser Gewerkschaftseingriff weit einschneidendere Folgen: man müßte mit einem erheblichen Produktionsausfall rechnen, der vor allem auch im Export die Preise und Lieferfristen beeinträchtigen würde. Verständlich, daß man unter dem Gesichtspunkt des internationalen Konkurrenzkampfes diese Lohnpolitik der britischen Gewerkschaften als "nicht mehr tragbar" bezeichnet. Wahrscheinlich aber wird ein Schiedsspruch des Arbeitsministeriums diesen unklugen Gewerkschaftsschritt im Sande verlaufen lassen. we.