B. P., Stockholm, im Dezember

Von allen vier nordischen Ländern hat es Finnland am schwersten gehabt. Finnland ist in beide Weltkriege verwickelt gewesen. Es hat aber seine Selbständigkeit – seit dem 6. Dezember 1917 – bewahren können. Nach dem letzten Kriege hat seine Bevölkerung (ohne Marshallmittel) einen imponierenden wirtschaftlichen Wiederaufbau durchgeführt. Die Reparationen an Rußland sind geliefert. Die Auslandsschulden betrugen Ende 1952 dabei nur 250 Mill. $ und sind damit nur hdb so groß wie beim letzten Höchststand 1930. Durch Tüchtigkeit und Zuverlässigkeit haben sich die Finnen Achtung und Sympathien in der Welt erworben. Deshalb verfolgt man nicht ohne Anteilnahme den Kampf, den Finnland nun seit vielen Monaten zur Überwindung seiner wirtschaftlichen Schwierigkeiten führt.

Schuld an allem ist der Fall der Weltmarktpreise für die wichtigsten Ausfuhrwaren, mit denen Finnland den weitaus größten Teil seiner Einfuhr bezahlt: Im Jahre der Hochkonjunktur waren von den 186 Mrd. Fmk der Ausfuhr 173 Mrd. für Holz, Zellstoff und Papier. Von den 93 Mrd. der ersten neun Monate dieses Jahres sind immer noch 74 Mrd. durch die genannten Waren hereingekommen. Man kann sich vorstellen, was ein Rückgang der Zellulosepreise auf weniger als die Hälfte unter diesen Uniständen zu bedeuten hatte. Es läßt sich mit wenigen Zahlen beleuchten:

Jan.–Sept.: 1951 + 19.304 Mrd. Fmk

1952 – 26,752 Mrd. Fmk

1953 + 3,566 Mrd. Fmk

Wenn in diesem Jahre wieder ein kleiner Ausfuhrüberschuß erzielt wurde, so geschah das durch eine rigorose Einschränkung der Einfuhr von 143,134 (1952) auf 89,684 Mrd. Fmk, während gleichzeitig die Ausfuhr allerdings von 116,382 auf 93,250 Mrd. Fmk zurückging.