Die zur Phrix-Gruppe (72 v. H.) gehörende Chemie-Faser AG, Siegburg/Rhld. (früher Rheinische Zellwolle AG), legte den Bericht für das Geschäftsjahr 1952 vor. Das Unternehmen, das die in 1950 und 1951 erzielten. Gewinne in Höhe von 2,56 Mill. DM zur Abtragung des Verlustes aus 1948/49 bis auf einen Restbetrag von 0,88 Mill. DM ausgeglichen hatte, wurde von dem Anfang 1952 einsetzenden allgemeinen Konjunkturrückschlag mit unerwarteter Heftigkeit getroffen. Die durch erhebliche fixe Kosten gekennzeichnete anlageintensive Produktion chemischer Fasern hatte – verbunden mit dem Zwang zur Erfüllung für eine Vollproduktion geschlossener Rohstoffkontrakte durch die im ersten Halbjahr 1952 erforderlich gewordenen Produktionseinschränkungen – große Verluste zur Folge. Bei einem gegenüber dem Vorjahr nahezu halbierten Rohüberschuß von 14,00 (26,5) – alles in Mill. DM –, aber nur um 4,74 verringerten Aufwendungen – Abschreibungen wurden mit 5,97 (7,07) vorgenommen, Aufwandszinsen erforderten 3,88 (3,59) – ergab sich ein Jahresverlust von 6,49 (1951: 0,65 Reingewinn), der durch Teilauflösung der ges. Rade lage von 6,39 und von 0,1 aus der freien Rücklage gedeckt werden soll. Zum Vortrag verbleibt der Verlustvortrag aus 1951 von 0,88.

Nach zunächst noch unbefriedigendem Absatz gestaltete sich der Geschäftsverlauf in 1953 zunehmend günstiger, so daß die Produktionskapazität mehr und mehr ausgenutzt werden konnte. Zur Zeit ist die Vollbeschäftigungerreicht. Obwohl die im Juni 1953 vorgenommene Ermäßigung der Verkaufspreise um etwa 10 v. H. die Erträge schmälert, ist das Unternehmen wieder in die Rentabilität hineingewachsen. Die Verwaltung rechnet damit, daß – außer der Tilgung des aus 1951 übernommenen Verlustvortrages von 0,88 – für 1953 noch ein Reingewinn übrigbleiben wird. Die günstige Absatzentwicklung hat zu einem weiteren Abbau der im Krisenjahr 1952 aufgelaufenen Fertigwarenbestände geführt. Die Reduzierung des Investitionsprogrammes auf ein Minimum wirkte sich liquiditätsbessernd aus. Die vorliegenden Aufträge sichern die Beschäftigung für das erste Quartal 1954. Auch für das Zellglasgeschäft seien günstige Entwicklungstendenzen für Produktion und Absatz festzustellen. Grundkapital 25 Mill. DM.

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Die Geschäftsentwicklung der ebenfalls im Mehrheitsbesitz von Phrix befindlichen Rheinische Kunstseide AG‚ Krefeld (AK: 30 Mill. DM), zeigt im Krisenjahr 1952 viele Parallelen mit dem anderen großen zu Phrix gehörenden Zellwolleproduzenten, der Chemie-Faser AG, Siegburg/Rhld. (AK: 25 Mill. DM). Auch bei der Rheinische Kunstseide mußten 1952 erhebliche Produktionseinschränkungen vorgenommen werden, um das Wachsen der Vorräte auf eine wirtschaftlich nicht mehr tragbare Höhe zu verhindern. Abgesetzt wurden im Berichtsjahr 4722 (1951: 5978) t Reyon und 5590 (7807) t Zellwolle. Gegenüber dem Höchststände im ersten Halbjahr 1951 ging der Umsatz in der Menge um 25 v. H. und im Erlös um 31 v. H. zurück. Infolge der Produktionseinschränkungen stiegen die Fertigungskosten, die schlechtere Ertragslage strapazierte die flüssigen Mittel: dank der entgegenkommenden Haltung der Banken konnte die angespannte Liquidität des Unternehmens durch ein Stillhalteabkommen gemindert werden. Inzwischen ist es durch bessere Fabrikationsmethoden, die eingetretene Umsatzbelebung – bei Hintanstellung von Investitionen – und durch Einsatz aller flüssigen Mittel gelungen. die Kreditlinien bis zum 30. September 1953 um etwa 25 v. H. zu verringern.

Bei einem gegenüber 1951 um rd. ein Drittel kleineren Rohertrag von 14,27 (21,88) – alles in Mill. DM – und 2,71 (nur 0.07) ao. Erträgen, denen u. a. 5,67 (6,03) Anlageabschreibungen und 1,42 (1,25) Mehraufwandzinsen gegenüberstehen, ergab sich ein Verlust von 3,06 (1,0), der durch volle Auflösung der ges. Rücklage (der Verlust ist auf deren Betrag abgestellt) getilgt werden soll. Der aus den vorangegangenen Jahren per 1. Januar 1952 übernommene Verlustvortrag in Höhe von 1,94 soll unverändert weiter vorgetragen werden. Die Bilanz per 31. Dezember 1952 weist bereits keine ges. Rücklage mehr aus. Das neue Geschäftsjahr 1953 hat nach zunächst starken Schwankungen ab Mitte des Jahres wieder die volle Ausnutzung der Produktionskapazität gebracht. Den inzwischen stark ermäßigten Verkaufspreisen stünden allerdings relativ noch hohe Rohstoffpreise gegenüber. Immerhin sei bei zu beobachtender fortschreitender Konsolidierung damit zu rechnen, daß aus dem Ertrag von 1953 ein Teil des noch bestehenden Verlustvortrages getilgt werden könne. E.