Flanagan war zum Gegenstand einer Geschichte nicht sehr geeignet und es war nur die Echtheit an diesem Burschen, die den Autor in Versuchung geführt hat, die Geschichte seiner Taten zu schreiben. Ich zögere auch nicht, seine Freundin vorzustellen, da ich mich einmal von ihr sehr angezogen fühlte.

Flanagan war groß, wie Helden einer Erzählung es sein sollen, aber seine Augen waren blutunterlaufen. Seine Haut war rot. Seine Schultern fielen ab, und was die Proportionen seiner Figur angeht, so waren sie vollkommen verkehrt. Seine Fiße, die ich glücklicherweise nur in bekleidetem Zustand gesehen habe, waren knubblig und kolossal groß. Seine Hände waren ebenfalls ziemlich riesig und meiner Ansicht nach wenig dafür geschaffen, das gebildete Mädchen zu liebkosen, mit dem er plötzlich aufkreuzte. Auch möchte ich in dem Moment, da wir seine Bekanntschaft machen, in keiner Weise für seine morgendliche Körperpflege garantieren.

Es gab überhaupt nur einen erlösenden Zug an Flanagan, und das war sein Mund. Seine Lippen waren ziemlich voll, aber seine Zähne waren blitzend weiß und das, obwohl er bis zum Exzeß rauchte und trank, wie wir anderen auch.

Sobald die Menschen jedoch seine weißen Zähne entdeckt hatten, konnten sie in seiner plumpen Physiognomie einen Schimmer seltsamer Intelligenz erblicken, und ohne Zögern schreibe ich diesen Zähnen das Verdienst an seinem Erfolg zu – jedenfalls bei dem gebildeten Mädchen.

Flanagan fiel mir zum erstenmal in Derek Astons Haus auf. Derek ist ein drittklassiger Autor, der immer darauf besteht, mit uns erstklassigen zu verkehren. Er taugt überhaupt nichts. Er ist fleißig und er verkauft seinen Kitsch. Es war seine Bereitwilligkeit, eine Runde auszugeben, die ihm Zutritt zu unserem Kreis verschafft hatte. Wir machen uns dauernd über ihn lustig, und nachdem er gezahlt hat, zwinkern wir uns zu.

Einmal, als er einige fünfzigtausend Exemplare eines fürchterlichen Romans verkauft hatte, waren wir alle in sein Haus in Surrey zu einem großen Fest eingeladen. Flanagan war auch da. Niemand wußte, wieso. Er gab sich als Schriftsteller aus, obwohl niemand jemals ein gedrucktes Papier gesehen hatte, das seinen Namen trug. Er war nicht geistreich, da er selten sprach, und in einem gewissen Augenblick im Verlauf des Abends pflegte er herumzugehen und eine halbe Krone zu borgen. Jedenfalls lachten wir über ihn nie wie über Derek, weil die Tatsache, daß er wenig sprach und nie Geld hatte, ein Zeichen hoher Intelligenz sein konnte.

Es war sechs Uhr morgens, und in Dereks Haus war kaum etwas Trinkbares übriggeblieben. Es hatte einen Streit um ein Mädchen gegeben. Die Zimmer sahen wie ein Schlachtfeld aus, und der Gastgeber war ins Bett gebracht worden, als Flanagan zu mir kam. Er sprach über seine halbe Krone und erklärte lang und breit, warum er kein Geld mehr hatte, um eine Fahrkarte nach London zu kaufen. Ich krempelte meine Taschen um und zeigte ihm, daß mein flüssiges Kapital gerade noch acht Pence betrug.