Die Nato über die Ziele Moskaus

Das Pariser Kommuniqué des NATO-Rates bekundet Einigkeit daüber, daß "es das Hauptziel der Sowjets bleibt, die atlantische Allianz zu sprengen". Die atlantische Gemeinschaft müsse auf Jahre hinaus Streitkräfte bereithalten. Die Absicht Eisenhowers, den Befehlshabern der NATO-Streitkräfte Informationen über Atomwaffen zu geben, wird begrüßt, weil dies die Ausrüstung der NATO-Streitkräfte mit Waffen neuesten Typs ermögliche. Für die Steigerung der Schlagkraft der NATO-Streitkräfte spiele die Errichtung der EVG, einschließlich eines deutschen Beitrages, eine wesentliche Rolle.

Pakistan verhandelt

Der Ministerpräsident von Pakistan, Mohammed Ali, erklärte zu den Verhandlungen mit USA, daß Pakistan im Falle von Waffenlieferungen amerikanische militärische Berater zur Ausbildung von Offizieren und Mannschaften brauche. Pakistan werde auch seine Seestreitkräfte "so schnell wie möglich" verstärken. Es sei jedoch keine Militärallianz mit den Vereinigten Staaten geplant und auch kein Pakt vorgesehen, der über die Verteidigung Pakistans hinausgehe. Die Errichtung von Militärstützpunkten in Pakistan komme nicht in Frage. Dem indischen Regierungschef Nehru habe er schriftlich versichert, daß eine amerikanische Waffenhilfe keine Bedrohung, wohl aber eine Garantie des Friedens in Südostasien darstellen würde, denn nicht bewaffnete, sondern schwache Staaten verleiteten zum Angriff und stellten eine Kriegsgefahr dar, wie der Fall Korea gezeigt habe. Pakistan stehe weder auf der Seite des westlichen noch der des östlichen Blocks und wende sich lediglich gegen jede Aggression. Mohammed Ali gab bekannt, daß der Außenminister Zafrullah Iran, die Türkei und andere Islam-Staaten besuchen werde, "um die Bande der Freundschaft zu festigen und auch Handelsverträge zu schließen". Politische Beobachter glauben, daß die Reise des pakistanischen Außenministers der erste Schritt zur Bildung eines mohammedanischen Staatenblockes in Südostasien und dem Mittleren Osten unter Führung Pakistansist.

Regierungskrise in Vietnam

Die Regierung in Vietnam unter Ministerpräsident Van Tam ist zurückgetreten. Van Tam teilte zur Begründung mit, daß Bao Dai die Aufnahme von Vertretern der nationalistischen Gruppen in die Regierung verweigert habe. Die Politik Bao Dais, sagte Van Tam, habe et unmöglich gemacht, eine Einigung mit Frankreich zu finden. Mit seiner Forderung nach einer Regierungsumbildung will sich Van Tam in die ständig an Boden gewinnende nationale Reformbewegung einschalten. In Kreisen der Nationalisten wird Van Tam allerdings wegen seiner bisherigen Zusammenarbeit mit Frankreich und Bao Dai abgelehnt. Bao Dai hat den bisherigen vietnamesischen Delegierten in Paris, Prinz Buu Loc, der als treuer Anhänger Bao Dais und Frankreichs gilt, mit der Bildung einer neuen Regierung beauftragt.

Churchill warnt Frankreich