Die lieben Verwandten

"Was ist das Schönste am Weihnachtsfest?" hat das Bielefelder Institut für Meinungsforschung, Emnid, 2000 Einwohner der Bundesrepublik gefragt. Von den Gefragten fanden 20 Prozent das Zusammensein mit der Familie und den Verwandtenbesuch am schönsten, 18 Prozent die Weihnachtsstimmung oder Einzelheiten davon, wie Glockenläuten oder Betriebsfeiern, 14 Prozent das Schenken und Beschenktwerden und 13 Prozent die Ruhe. Die Geburt Christi, das Evangelium und die Biblische Geschichte erreichten nur 4 Prozent hinter Essen und Trinken mit 5 Prozent. "Wenn es nur schon vorbei wäre", sagten zwei Prozent. Ihnen graut vor Weihnachten – einigen, weil sie keine Gratifikation erhalten haben.

Erst einen Friedensvertrag

"Kanzler Raabs Regierung läßt ehemaligen führenden Nazis eine bevorzugte Behandlung vor den von den Nazis verfolgten Juden angedeihen", hat Dr. Goldmann, der Präsident der Konferenz für jüdische Ansprüche an Österreich in London erklärt. Er drohte mit dem Abbruch der Verhandlungen über die Entschädigung der österreichischen Juden für den Fall, daß die Regierung darauf besteht, die endgültige Regelung dieser Ansprüche auf einen Zeitpunkt sechs Monate nach Abschluß eines Friedensvertrages zu verschieben. Goldmann beschuldigte Raab eines "vollkommenen Mangels an gutem Willen". Er will bei den Regierungen von Amerika, England und Frankreich gegen die österreichische Haltung protestieren.

Schon mal dagewesen

Die Verhandlung gegen Berija wird unter Ausschluß der Öffentlichkeit stattfinden. Das Urteil dürfte unmittelbar darauf durch Erschießen vollstreckt werden. Diesen Schluß läßt die Tatsache zu, daß der sowjetische Generalstaatsanwalt Rudenko in seiner Anklageschrift, die sich auf das Gesetz vom 1. Dezember 1934 stützt, die folgenden Erklärungen abgibt: Die Verhandlung findet unter Ausschluß der Öffentlichkeit statt. Das Urteil ist unverzüglich zu vollstrecken. Artikel 581 des Gesetzbuches setzt auf die Berija und seinen Komplizen nachgewiesenen Verbrechen die Todesstrafe wegen Hochverrats. Dieses Abweichen von der sowjetischen Gepflogenheit großaufgezogener Schauprozesse hat einen Vorgang in dem Prozeß gegen Marschall Tuchatschewski im Jahre 1937. Tuchatschewski und seine Mitangeklagten wurden damals nach einer Verhandlung von nur 14 Stunden zum Tode verurteilt und noch am selben Tage Eingerichtet.

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