"Hibernia", Herne, hat 1:1 auf 300 Mill. umgestellt. Das Unternehmen, das nach der Montan-Neuordnung die größte Bergbaugesellschaft an der Ruhr ist und zur Zeit mehr als 45 000 Belegschaftsmitglieder hat, beschloß in der HV, das Grundkapital 1:1 auf 300 Mill. DM neu festzusetzen. Der bis zur Währungsreform eingetretene Verlust von rund 67 Mill. RM ist in der RM-Schlußbilanz (20. Juni 1948) durch Auflösung von Rücklagen ausgeglichen worden. Die Hibernia, deren Anteile sich vollzählig im Besitz der Vereinigte Elektrizitäts- und Bergwerks AG (VEBA), Hamburg, befinden, hat nach dem Bericht des Vorstandes die schweren, mit mehr als 200 Mill. RM bezifferten Kriegsschäden zum großen Teil bereits bis zur Währungsreform, wenn zum Teil auch nur provisorisch, beheben können. 1952 wurde die Vorkriegsjahresförderung von rund 10 Mill. t verwertbare Kohle erreicht. An der Steinkohlenförderung der Ruhr hat die Hibernia einen Anteil von 8 bis 9 v. H. Außer den Kohlengruben und Kokereien betreibt die Hibernia noch ein großes Stickstoffwerk, das seine frühere Produktionskapazität ebenfalls bereits vor der Währungsreform wieder erreicht hat sowie mehrere Großkraftwerke. Bei dem als Tochterunternehmen zur Hibernia gehörenden Hydrierwerk Scholven AG, jetzt Scholven-Chemie AG in Gesenkirchen-Buer, werden die Ertragsaussichten für die Zukunft günstig beurteilt. Auch die Fendel-Schiffahrts AG in Mannheim als nächstgrößte Beteiligungsgesellschaft (88 v. H. des 10:8,5 auf 20,4 Mill. DM umgestellten AK) wie auch die anderen Tochtergesellschaften: die M. Stromeyer Lagerhausgesellschaft, Mannheim (Kapital 10 Mill. Reichsmark), die Oberbayerische AG für Kohlenbergbau, München (AK: 7 Mill. D-Mark, 1:1 umgestellt) und die W. Ruhenstroth GmbH, Gütersloh (StK von 4,6 Mill. RM auf 8 Mill. D-Mark umgestellt), haben sich nach dem Bericht günstig entwickelt.

Neues Tanklager im Revier. Im Stadthafen Gelsenkirchen baut die BV Aral auf einem Gelände von insgesamt 150 000 qm ein Großtanklager, das in der ersten Baustufe bis zum Frühjahr 1954 einen Tankraum für 38 Mill. Liter erstellt. Im Endausbau wird eine Kapazität von 150 Mill. Liter angestrebt. Benzoldruckraffinat, Benzin und Dieselkraftstoff aus den Erzeugungsstätten der etwa zehn Kilometer entfernten Scholven Chemie-AG und der 2,3 Kilometer entfernten Gelsenberg Benzin-AG wird dem neuen BV Großtanklager durch vier unter der Erdoberfläche verlegte Pipelines zugeführt werden.

Von der Schleswig-Holsteinischen Stromversorgungs-Aktiengesellschaft, Rendsburg, wurde ein Verkaufsangebot für eine 8 %ige Teilschuldverschreibungsanleihe in Höhe von 20 Mill. DM begeben. Die Laufzeit der Anleihe beträgt 20 Jahre. Das zur Unterbringung der Anleihe tätige Bankenkonsortium wird von der Landesbank und Girozentrale Schleswig-Holstein sowie dem Hamburger Bankhaus Brinckmann, Wirtz & Co. angeführt.

Die Metzeler Gummiwerke AG, München, hat der HV 1952 nach Organschaftsabrechnung eine ausgeglichene Gewinn- und Verlustrechnung vorgelegt. Das bestehende Organverhältnis mit der Central-Geschäftsstelle Georg Hirsch, München (Großaktionär) als Obergesellschaft, ist mit Wirkung vom 1. Januar 1952 von der Finanzbehörde anerkannt worden. Es ist also nicht zu ersehen, welchen Ertrag die Gesellschaft im Berichtsjahr gehabt hat. In 1950 und 1951, in denen das Organverhältnis steuerlich noch nicht anerkannt war, hat die Gesellschaft je 6 v. H. Dividende auf 6 Mill. DM Grundkapital gezahlt. Bei einem infolge der Preisrückgänge, insbesondere am Kautschukmarkt, etwas niedrigerem Rohüberschuß nach Organschaftsabrechnung von 12,97 (14,88) – alle Werte in Mill. DM – und 0,40 (0,11) ao. Erträgen wurden etwas höhere Anlageabschreibungen von 2,02 (1,56) vorgenommen, die Mehraufwandzinsen sind auf 0,60 (0,13) zurückgegangen, ebenso erheblich niedriger Ertragssteuern mit 1,09 (3,20). Die Entwicklung der Umsätze war nicht einheitlich. Während der Inlandabsatz trotz der rückläufigen Erlöse auch im Wert zunahm, konnten die Exportumsätze nicht auf der Vorjahreshöhe gehalten werden. Insgesamt lagen die Umsätze jedoch in der Menge um rund 16 v. H. über dem Vorjahr. Im laufenden Geschäftsjahr 1953 haben intensive Bemühungen wieder zu einer nennenswerten Zunahme der Exportlieferungen geführt.

Neuverlust bei der BRABAG. Die HV der Braunkohlen-Benzin AG (BRABAG), Berlin, genehmigte in Köln den Abschluß für 1952. Zu den aus den Jahren seit der Währungsreform bis einschließlich 1951 entstandenen Verlusten in Höhe von 4,4 Mill. DM, die fast ausschließlich auf die rechnungsmäßig erfaßten Zinsen auf die Altfinanzverbindlichkeiten zurückzuführen ist, kommt 1952 ein weiterer Verlust von 1,5 Mill. DM aus derselben Quelle. Die Lage der Gesellschaft, die inzwischen aus der alliierten Kontrolle entlassen wurde, hat sich wenig verändert. Das 150 Mill. DM betragende AK befindet sich u. a. bei der Union Rheinische Braunkohlen-Kraftstoff AG, Wesseling (29 v. H.). ferner bei der Anhaltische Kohlenwerke, Essen (15 v. H.), bei der IG-Farbenindustrie AG i. L. (13 v. H.) und je 6 v. H. bei der Deutsche Erdöl AG, Hamburg, und der Ilse-Bergbau AG, Köln. Unter den Aktiven standen am 31. Dezember 1951 u. a. rd. 70 Mill. DM Forderungen an das Reich sowie ein Kapitalverlustkonto in Höhe von rd. 174 Mill. DM. Die Schuldenbereinigung steht noch immer aus.

Die HV der Rottweiler Kunstseidefabrik AG, Rottweil, auf der das gesamte Grundkapital vertreten war, genehmigte die Kapitalerhöhung um 10,5 auf 12 Mill. DM. Die neuen Aktien werden unter Einschluß des gesetzlichen Bezugsrechts der Aktionäre zum Nennbetrag ausgegeben; ein Viertel der Zahlungen ist sofort zu leisten. An der Kapitalerhöhung, die zum Kauf des bisher von der IG-Farbenindustrie AG i. L. gepachteten Betriebsanwesens in Rottweil a. N. und für betriebliche Neueinrichtungen erfolgt, wird sich eine namhafte westeuropäische Gruppe der Chemiefaserindustrie in erheblichem Ausmaß beteiligen. Dem AR wurde an Stelle des ausgeschiedenen Michel Labbé-Laurent (Ehingen) Max Bardroff (Stuttgart) zugewählt.

Die Vereinigte Trikotfabriken Vollmoeller AG, Stuttgart-Vaihingen, berichtet für 1952, daß die im Berichtsjahr eingetretene textile Absatzkrise und die trotz rückläufiger Preise anhaltende Zurückhaltung des Marktes einen Rückgang des wertmäßigen Umsatzes um 16 v. H. verursachten. Die erhöhten Aufwendungen hätten im Rahmen der ermäßigten Preise keine Deckung mehr finden können. Das Ergebnis sei weiterhin durch die Abwertung der Beteiligung der Gesellschaft an der Firma Lang und Bumiller KG, Leinfelden, um 400 000 DM (in Abschreibungen enthalten) ungünstig beeinflußt worden. Ein Teil der Verluste sei durch Auflösung stiller Reserven gedeckt worden. Das Berichtsjahr schloß bei einem Rohüberschuß (in Mill. DM) von 3,17 (3,45) und Abschreibungen von 0,59 (0,26) mit einem Verlust von 0,13 (1. V. 0,023 Gewinn), der aus dem Gewinnvortrag von 0,132 getilgt wurde. Der kleine Restgewinn wird neu vorgetragen. Zur Entwicklung 1953 wurde mitgeteilt, daß der Markt für Jantzen Schwimm- und Strandanzug-Modelle (25 v. H. des Umsatzes) erhöht werden konnte. Auch bei den Lanova-Fabrikaten war im ersten Halbjahr 1953 gegenüber der gleichen Zeit des Vorjahres eine wertmäßige Umsatzsteigerung zu verzeichnen. Die milde Witterung in diesem Herbst habe jedoch zu einer Absatzstockung für Winterware geführt, so daß im November und Dezember im Gegensatz zum Vorjahr ein Umsatzrückgang eingetreten sei; trotzdem liege der Gesamtumsatz 1953 höher als 1952.