Gewiß, es wurde lustig und fidel, als einer auf der Ziehharmonika zum Tanz aufspielte. Aber keine Schwelgerei. Was uns allesamt so fröhlich und zufrieden machte, fühlte man viel besser, wenn man bloß Mascha und August dasitzen sah, dieses unmögliche Paar, Mascha mit dem ebenmäßigen Gesicht und August mit der verdrehten Nase, und beide lächelten selig. Unser Bauer aber schien am meisten von der rätselhaften Weltzufriedenheit ergriffen, die sich ausgebreitet hatte, denn plötzlich hob er ein Brett des Fußbodens aus und holte beinahe ein Dutzend dicker Romane hervor, um sie strahlend seiner.Frau zu bringen.

Als es dann zwölf Uhr schlug und das neue Jahr begann, vergaßen wir seltsamerweise, uns Glück zu wünschen. Vielleicht, weil es nicht nötig war. Weit besser paßte zu uns das ländliche Glockenläuten, dem wir bei offenen Fenstern lauschten. Es war nicht mächtig, tönte nur verweht und fast rührend zart herüber, aber auch diese zarte Stimme gehörte dazu, obwohl es doch manchmal sehr laut bei uns zuging. So etwa jetzt, als der Bauer wieder einmal in den Mittelpunkt des Interesses rückte. Er wollte mit Tellern jonglieren. Und er hätte es am Ende auch getan, wenn nicht die lange Lisa mit großem Pathos verkündet hätte, das Tellerjonglieren gehöre nicht zum überlieferten Brauchtum, und obwohl sie dabei aussah wie ein Star aus Hollywood, nur nicht mehr ganz so jung und in die Länge gezogen, fanden wir es alle überzeugend, eben deshalb, weil es so verkehrt war.

War es nun etwa kein wunderbarer Jahresanfang, diese kleine Feier mit dem großen Durcheinander? Jenem wirklich großen Durcheinander, das die ganze Welt regieren sollte, und uns alle glücklich machen würde.