Was nicht zu erwarten war, ist nun doch eingetreten: die 35 Mill. Dosen Schweinefleisch, die von der Bundesrepublik aus Kanada eingeführt wurden, haben (wenn auch vereinzelt) den Großhandel zu einer gewissen Spekulation verführt. Nach den Bestimmungen des Bundesernährungsministeriums war für die 340-Gramm-Dose dem Einzelhandel ein Richtpreis von 1,20 DM aufgegeben worden. Und da man in Bonn befürchtete, daß die angestiegenen Schweinefleischpreise das kanadische Dosenfleisch als Wurst (und damit zu überhöhten Verarbeitungspreisen) in Erscheinung treten lassen könnten, hatte man vorsorglich auch an ein Verarbeitungsverbot gedacht.

Nun aber wird bekannt, daß gewisse Großhandelskreise vom Einzelhandel bereits für jede Dose 1,18 DM verlangen. Das ist, anders kann man es nicht nennen, reinste Spekulation, denn der Preis, für den Kanada die Dosen an die Bundesrepublik verkauft, entspricht mit zehn Dollarcents bei uns kaum dem Preis der mit einem Etikett versehenen leeren Dose. Was soll man gegen diesen Spekulationsversuch machen? Die Antwort liegt bei der deutschen Hausfrau. Wird sie ihre Macht so einsetzen, daß sie einen höheren Preis als 1,20 DM je Originaldose grundsätzlich ablehnt? we.