Gas, Strom und Wasser gehören ebenso wie Schrott und Erz unmittelbar zur Grundstoffindustrie. Wir müssen jedoch auf Schrott und Erz im Rahmen dieses Beitrages verzichten, weil jene beiden Sparten für sich so "problembeladen" sind, daß sie später gesondert behandelt werden sollen. Aber zu Gas, Strom und Wasser soll noch etwas gesagt werden. Nachdem es einige Zeit fast so ausgesehen hatte, als ob die Gaswirtschaft einigermaßen glatt durch die Fährnisse der Nachkriegszeit hindurchgekommen sei, brach ein neues Unwetter von der Eisenseite her herein. Die rückläufige Stahlkonjunktur bedingte einen rückläufigen Kokseinsatz im Hochofen und wesentlich verringerte Koksabrufe beim Bergbau und den Zechenkokereien. Unverändert gut aber lief der Gasabsatz an alle Industriezweige, die von der Sonderbasis bei Stahl nicht berührt worden waren. So entstanden die Kokshalcen, so wurde gedrosselt, so wurde Gas zwangsläufg wieder knapp. Dieser Zyklus ist noch nicht aus seinem ungünstigen Lauf heraus und beeinträchtigt die Gesamtsituation der Gaswirtschaft.

Der Anteil der Gaswirtschaft an der Energiedarbietung der Bundesrepublik liegt bei etwa 8 v.H. Der Ausbau dieser Industrie erfolgte in den vergangenen Jahren praktisch außerhalb des öffentlichen Interesses, aber nicht weniger energisch und zielbewußt als in anderen Wirtschaftszweigen. Dieser Ausbau war von Erfolg. Mitte November konnte der Verband der deutschen Gas- und Wasserwerke erklären, daß sich die Rentabilität der deutschen Gaswerke seit einem Jahr weitgehend gebessert habe und daß vorerst darauf verzichtet werden könnte, an den Preisen zu rütteln. Neue technische Methoden, wie Zusatz von Flüssiggas zum Steinkohlengas, ölzusatz (!) zur Verkokungskohle und Übergang zur Mitteldruckversorgung haben das Leistungsbild der Gaswirtschaft verbessert. Dennoch stehen große Investitionen in der Planung. Bis 1960 wird eine Investitionssumme von 2,5 Mrd. DM notwendig sein, wenn man die Planungen durchführt. Die Eigenfinanzierung aus Abschreibungen beträgt dabei nur etwa 150 Mill. DM im Jahr.

Bei Strom liegen die Verhältnisse ähnlich. Auch die E-Wirtschaft ist in der Zone der Rentabilität und kann große Abschreibungsverträge erwirtschaften. Hier liegt der jährliche Investitionsbedarf bei etwa 1 Mrd. DM, wovon 625 Mill. für neue Kraftwerke und Kapazitätserweiterungen und etwa 375 Mill. DM für den Ausbau des Leitungsnetzes gebraucht werden. Trotz guter Verdienste wird aber auch dieser Energiezweig auf den Anleihemarkt drängen und mit großen Anforderungen her-