Die Hunde und Katzen, die Tiere der Wälder und des Wassers feiern am 4. Januar den 80. Geburtstag ihres großen Freundes, des dänischen Dichters und Tierschriftstellers Svend Fleuron. Er beschrieb ihr Leben in vielen Romanen: die Lebensgeschichte des Dackels Schnipp Fidelius Adelzahn oder die eines Hechtes namens Schnock oder eines Uhus, genannt Strix. Fleuron hat die Sprache der Natur und ihrer Kreaturen belauscht. Aber es ist nicht nur die Kunst der Beobachtung, die dem Dichter eine große Leserschaft zuführte, sondern seine tiefe Vertrautheit mit den elementaren Dingen überhaupt. Seine populärsten Bücher sind jetzt deutsch im Eugen Diederichs Verlag, Düsseldorf, neu erschienen.

Ich bin müde bis ins Herz hinein, meine Beine sind matt, und ich kann nicht fühlen, daß ich noch Mark in den Knochen habe, nur schwer kann ich aufrecht gehen, ich danke dir, daß du mir hilfst, danke dir, daß du mich trägst, so darf ich mich doch hinlegen.

Ich begreife nicht des Menschen Furcht vor dir, ihre Angst vor deiner Umarmung – diese Menschen können nicht müde sein! Herrliche Erde! Deine schwarze Krume, dein grüner Rasen über dem kleinen Hügel, sie zieht mich an sich heran wie die Mutter einen Sohn.

Dies ist doch das Glück, das letzte, das du uns schenkst: dorthin sich zurücksehnen, woher wir kamen. Als wir uns von dir erhoben, aus der Wiege krochen und mit Hilfe eines Stuhles auf den heiligen zwei Beinen stehen konnten – die erste Bedingung für die Entwicklung zur Geschicklichkeit, die uns entführte, uns immer länger von dir fortführte – als wir uns dem Himmel nur einige armselige Zoll näherten und dadurch gleich wirr im Kopfe wurden, da erfanden wir diese Gedanken mit der unsterblichen Seele – da, ja, da schoben wir dich von uns; die meiste Zeit unseres Lebens kennen wir dich kaum.

Jetzt – jetzt sei bedankt für jeden befriedigten Hunger, jeden Durst, der gelöscht wurde, jeden Genuß, der uns zuteil geworden.

Und dann nimm noch einen Dank dafür, daß du bis zuletzt den Drang aufbewahrtest, uns schließlich nach dir auszustrecken, um Geborgenheit und Frieden und ewige Ruhe zu finden, trotz des Laufes die himmelstürmende Leiter hinan.

Nimm Dank für dein Glück, du herrliche Erde!

Berechtigte Übertragung aus dem Dänischen von Thyrd Dehrenburg.