Eingestellt...

Im Zuge der Liquidation der größten Spionageaffäre aller Zeiten, die unter dem Kennwort Vulkan im Frühjahr 1953 die Öffentlichkeit beunruhigt hat, ist jetzt das Ermittlungsverfahren gegen den Diplomkaufmann Dr. Hans Hartig aus Düsseldorf eingestellt worden. "Durch die bisherigen Ermittlungen hat der gegen Dr. Hartig bestehende Verdacht einer landesverräterischen Tätigkeit keine zur Anklageerhebung ausreichende Bestätigung gefunden", teilte der Oberbundesanwalt dazu mit. Dem Dr. Hartig nützt diese Feststellung nichts, weil er nicht mehr lebt. Bei seiner "schlagartigen" Verhaftung beschwor Frau Hartig die Beamten, ihren Mann nicht unbeaufsichtigt zu lassen, da er nervenkrank sei und schon einmal einen Selbstmordversuch gemacht habe. Im Gefängnis wurde auch eine gewisse Aufsicht angeordnet: alle dreißig Minuten sollte ein Gefängnisaufseher nach Hartig sehen. Als dieser Aufseher am zweiten Hafttag, um sechs Uhr. früh, in die Zelle des Dr. Hartig kam, war der schon tot. Er hatte sich erhängt.

Wie man’s macht

Ein streng vertrauliches Dokument von den Besprechungen des amerikanischen Unterstaatssekretärs Robertson mit dem Beamten des japanischen Außenministeriums Ikeda über die Wiederaufrüstung Japans hat die Tokioter Zeitung Asahi veröffentlicht. Es handelt sich um ein japanisches Memorandum, das die Bedingungen für eine Wiederbewaffnung fixiert. Es beginnt mit den Gründen gegen eine schnelle Remilitarisierung: die Verfassung lasse diese nicht zu, die Jugend sei unter amerikanischer Erziehung militärfeindlich geworden, und die Einberufung der jungen Leute sei "fast unmöglich und äußerst gefährlich angesichts der Propagandawaffen, die man den Kommunisten damit in die Hand gebe". Gefordert werden die Vermehrung der pff-shore-Aufträge, die Öffnung des südostasiatischen Marktes für japanische Waren und schließlich die gleichen Handelsmöglichkeiten mit Rotchina, wie sie Frankreich und England, besitzen.

Sittliche Sanierung

Die Karlsruher Stadtväter haben mit Vertretern der amerikanischen Besatzungstruppen über das heiße Eisen "Dirnenunwesen" diskutiert. Zur Debatte standen die kontrollierten und "wilden" Dirnen der Altstadt. Vertreter der Kirche und Elternschaft laufen schon lange Sturm gegen die sittliche Verwahrlosung der Kinder in diesem Stadtviertel, wo sich die "Fraternisierung" auf der Straße abspielt. Die Stadtverwaltung schlug vor, in der Altstadt Grundstücke aufzukaufen, um Unterkünfte für schätzungsweise 120 "Fräuleins" zu schaffen. Karlsruhes Bürgermeister Dr. Gutenkunst betonte jedoch, daß man keine Bordelle schaffen wolle. Das sei auch heute noch mit den Gesetzen unvereinbar. Wichtig sei aber, die Dirnen zu "internieren", um eine gesundheitliche Überwachung durchführen zu können.

Atomare Geisterbeschwörung