Von H. B. Fortuin

"Ja", sagte der Schaffner der Linie 2a, als wir in einer Verkehrsstockung festsaßen. "Ich werde den Schreck nie vergessen, den ich vor genau vier Jahren in einer gleichen Verkehrsstockung erlitt. Ich war nur eben von meinem Wagen gesprungen, um mir vom Zeitungshändler das Abendblatt geben zu lassen, als ich auf der ersten Seite eine schwarze Schlagzeile las: Tödlicher Unfall auf Linie 2a. Ein Lastwagen war an jenem Morgen auf die rückwärtige Plattform aufgefahren ... Dann erhielt ich meinen zweiten Schock: Schaffner G. K. Lokker auf der Stelle getötet!

G. K. Lokker bin ich. Erst dachte ich noch, daß vielleicht ein zweiter Lokker bei der Straßenbahn beschäftigt ist; aber das hätte ich wissen müssen. Und ich hätte es auch gehört, wenn an dem Morgen mit einem Wagen der 2a ein Unglück passiert wäre.

Ich suchte das Datum der Zeitung; das Datum war der Zeit um drei Tage voraus. Ich hielt die Zeitung von überübermorgen in meinen Händen.

Nun sah ich mir die anderen Überschriften und Fotos an: ‚Bankier tot aufgefunden.‘ ‚Selbstmordbrief hinterlassend ‚Mannequin heiratet Sprößling adligen Geschlechts‘.

Ich lief wieder zum Kiosk zurück: ‚Hören Sie mal! Was haben Sie mir denn da angeschmiert?‘

‚Sicher eine alte Zeitung‘, sagte der Zeitungshändler, ‚Tut mir leid, bitte sehr.‘ Und er reichte mir von seinem Stapel eine andere Zeitung. Das war die Abendzeitung mit dem richtigen Datum. Im gleichen Augenblick war auch der Verkehr wieder in Gang gekommen, und ich sprang auf die Straßenbahn auf. Vor mir waren gerade zwei Fahrgäste in den Wagen getreten. Ich erkannte sie sofort. Es waren der Bankier und der Mannequin aus der Zeitung.