Zum Jahresende hat die Bank deutscher Länder neue Bestimmungen für den Transfer von Kapitalerträgnissen getroffen. Praktisch sind jetzt nur noch Sperrmarkguthaben und Sperrmarkerträgnisse vom Transfer ausgeschlossen. Die Gründe für diese Schlechterstellung der Sperrmark sind bekannt. Denn: der Sperrmarkkomplex steht in der Größenordnung noch nicht fest. Bei der Durchführung der im Londoner Schuldenabkommen vorgesehenen Maßnahmen können sich die Sperrmarkbeträge sogar noch erheblich über den augenblicklichen Betrag von 800 Mill. DM Guthaben und rd. eine Mrd. DM Anlagen erhöhen. Das aber ist nicht einmal das Entscheidende: Schwerer wiegt wohl noch, daß die Sperrmarkguthaben international frei handelbar sind, sie deshalb leicht mit sehr großen Teilen in den Dollarraum abwandern können; und dann in Dollar bedient werden müssen. –

Hier dürften Schwierigkeiten liegen, die bis jetzt noch nicht zu überbrücken waren. An einer Lösung dieser Fragen wird aber gearbeitet. Zunächst hat es die Bank deutscher Länder für notwendig gehalten, die Masse der kleinen Beträge (es sind immerhin, orginäre Sperrmarkguthaben bis zu einem Betrag von 10 000 DM) zu bereinigen. Auf Antrag kann jetzt ihre Transferierung in einer Summe erfolgen, ohne daß ein Härtefall nachgewiesen werden muß. Dadurch kann sehr viele menschliche Not, vor allem bei Emigranten, gemildert werden, ohne daß die so oft als unerträglich empfundenen Nachweise geführt werden müssen. In gleicher Weise können auch die Gläubiger orginärer Sperrmarkguthaben zur Bestreitung ihres Unterhaltes monatlich 500 DM transferieren. Den sozialen Notwendigkeiten ist damit weitgehend Rechnung getragen worden. Rgb.