Südtiroler Forderungen

Seit den Innsbrucker Demonstrationen für eine Volksabstimmung in Südtirol sind die Meinungsverschiedenheiten zwischen den italienischen und deutschsprachigen Mitgliedern des Landschaftsrates Trient-Oberetsch in der Frage einer Autonomie Südtirols immer schärfer geworden. In dem auf Grund des österreichisch-italienischen Abkommens vom Jahre 1946 gebildeten Landschaftsrat sitzen Mitglieder der italienischen Christlichen Demokratischen Partei und der Südtiroler Volkspartei. Der Führer der Volkspartei, Sirio Magnano, ein im Rußlandfeldzug verwundeter ehemaliger Angehöriger der deutschen Wehrmacht, unterbreitete dem Landschaftsrat folgende Forderungen der Südtiroler: Größere Autonomie für die Provinz Bozen, Einführung des Deutschen als zweiter Amtssprache, Ablösung italienischer Beamter in einigen Behörden durch deutschsprachige, Zuzugsperre für Italiener nach Südtirol und Gewährung einer staatlichen Unterstützung für 2500 Kriegsbeschädigte der früheren deutschen Wehrmacht. Der bei der Abstimmung über das Budget am Jahresende im Abstimmung erwartete offene Bruch zwischen den Christlichen Demokraten und der Volkspartei ist nicht eingetreten, da die Volkspartei für das Budget stimmte. Dieser "Waffenstillstand" wird nach Ansicht informierter Kreise bei der am 7. Januar im Landschaftsrat stattfindenden Beratung über politische Fragen sein Ende finden. Ein offener Bruch zwischen den beiden Parteien könnte zu Neuwahlen in Südtirol führen.

Einheitsbestrebungen der Araber

König Saud von Saudi-Arabien Lat in einer Botschaft die arabische Welt aufgefordert, sich zusammenzuschließen und mit der Politik der Improvisationen, die alles Leid heraufbeschworen habe, Schluß zu machen. Die Schuld, daß die Einheit und die Souveränität der Araber, die "eine Nation von 50 Millionen Menschen" sind, noch nicht verwirklicht seien, liege bei den verantwortlichen Staatsmännern und nicht beim Volk. "Zwischen uns und den Juden würde keine Feindschaft bestehen, wenn sie das eroberte Land räumen und seinen alten Bewohnern zurückgeben würden. Wir können ihren Venleib nicht dulden, da die zionistische Bedrohung einem unheilvollen Krebsschaden ähnelt, der nur chirurgisch behandelt werden kann." Diese Botschaft erging wenige Tage vor der am 9. Januar beginnenden Tagung der Arabischen Liga, auf der über den syrischen Vorschlag einer Föderation der arabischen Staaten beraten werden soll.

Die China-Politik der USA

Der amerikanische Chefdelegierte in Korea, Sonderbotschafter Dean, hat sich in Washington für eine realistischere Chinapolitik der Vereinigten Staaten ausgesprochen. Er erklärte: "Nach meiner Überzeugung liegt es im amerikanischen Selbstinteresse, daß wir eine andere Brille aufsetzen und scharf und kritisch prüfen, ob es überhaupt eine Möglichkeit gibt, Tschiangkaischek wieder auf dem Festland zu etablieren." Wer auf den nationalchinesischen Generalissimus baue, sehe die Lage durch eine rosarote Brille. Und Dean fuhr fort, "er halte es für möglich, daß die chinesischen Kommunisten mehr an ihrer eigenen Entfaltung in China selbst als am Weltkommunismus interessiert sind. Wenn wir uns dies zunutze machen könnten, methodisch einen Keil zwischen die chinesischen Kommunisten und die Sowjetunion zu treiben, so sollten wir es versuchen". Dean betonte jedoch, daß der chinesische Kommunisumus nicht wesensverschieden vom sowjetischen sei und daß eine diplomatische Anerkennung Pekings für die Vereinigten Staaten wegen der Rückwirkungen auf Südostasien vorerst noch nicht in Frage kommen könne. K.