Norwegen erhielt am 30. Dezember eine bundesrepublikanische Neujahrsüberraschung: der deutsch-norwegische Streit über eine Zollsenkung für Brislinge und Silds, um die sich Norwegen viele Monate hindurch erfolglos bemüht hatte, wurde durch ein deutsch-norwegisches Zollabkommen endlich bereinigt. Leider, und das ist recht bedauerlich, hat die deutsche Seite bei den langwierigen Verhandlungen keine sehr erfreuliche Rolle gespielt. Der Streit begann damit, daß Norwegen (selbst auf der GATT-Tagung) mit voller Berechtigung gegen den niedrigen Zollsatz protestierte, den das westdeutsche Bundesernährungsministerium für die Einfuhr portugiesischer Sardinen bewilligt hatte. Oslo warf die Frage auf, warum gegenüber Portugal die Einfuhr norwegischer Brislinge und Silds benachteiligt sein soll...

Jetzt hat die Bundesrepublik ihre bisher unnachgiebige und völlig unverständliche Haltung revidiert: für die Einfuhr dieser norwegischen Erzeugnisse ist ein Zollsatz von 15 v. H. des Wertes (bisher 22 v. H.) vereinbart worden. Wenn auch dieser Satz noch um 1 v. H. über den Zollsätzen liegt, die für die Einfuhr portugiesischer Sardinen gelten, so ist Norwegen mit dem Ergebnis, das es nur seinen recht intensiven Bemühungen dankt, doch recht Zufrieden. Schließlich weiß man in Oslo, daß in der Bundesrepublik norwegische Brislinge und Silds seit Jahr und Tag einen großen Verbraucherkreis besitzen. Bisher wollte man das in Bonn anscheinend nicht einsehen... we.