Es ist für die deutsche Außenwirtschaft unbestritten notwendig, Niederlassungen im Ausland zu errichten und gegebenenfalls sich an Unternehmen im Ausland zu beteiligen. Lange Zeit haben die Alliierten der "deutschen Expansion" einen Riegel vorgeschoben. Auch die ungünstige deutsche Devisenbilanz ließ es jahrelang ratsam erscheinen, auf diesein Gebiete der Außenhandelspolitik kurz zu treten. Demagogen flüsterten außerdem überflüssigerweise von den "verschobenen Außenhandelserlösen". Erst durch den Runderlaß Außenwirtschaft 15/52 wurde die Grundlage für die Neuerrichtung deutscher Niederlassungen im Ausland und für den Erwerb von Beteiligungen deutscher Firmen im Ausland geschaffen.

Allein: das Verfahren laßt noch viel zu wünschen übrig.Ein Rattenschwanz von Formularen, Prüfungen und Genehmigungen durch die Landeswirtschaftsministerien, Landeszentralbanken, Handelskammern, Fachverbände und schließlich durch das Bundeswirtschaftsministerium und die Bank deutscher Länder (gegebenenfalls sogar durch die deutschen Auslandsmissionen) ist notwendig, ehe der Antragsteller ein Ja oder Nein erhält. Der Weg ist kompliziert und langwierig. Nunmehr prüft das Bundeswirtschaftsministerium, wo man ein Stück dieses Rattenschwanzes abhacken kann. So wird erwogen, die Landeswirtschaftsministerien als vorprüfende Instanz auszuschalten. Doch spricht dagegen, daß die LWM über die bessere Firmenkenntnis als das BMW verfügen. Ein anderer Vorschlag, zielt auf eine weitere Dezentralisierung des Genehmigungsverfahrens ab. Die Genehmigungsbefugnis der LWM soll von 50 000 auf 200 000 DM für Handelsniederlassungen erhöht werden. Darüber hinaus sollen die LWM ermächtigt werden, auch im Falle der Errichtung von Produktionsstätten im Ausland Genehmigungsbescheide bis zum Betrag von 100 000 DM zu erteilen. Die Bank deutscher Länder hat sich – wie verlautet – mit diesem Vorschlag bereits grundsätzlich einverstanden erklärt. Bei den darüber hinausgehenden Investitionen strebt das Bundeswirtschaftsministerium allerdings und verständlicherweise eine Konzentration der Entscheidungsbefugnis bei sich an. gg.