Die Rheinmatall - Borsig AG, Berlin, deren HV am 23. November 1951 die Umstellung des Aktienkapitals im Verhältnis 5:1 auf 15 Mill. DM beschlossen hatte, legte Jetzt die Geschäftsberichte für die Zeit vom 21. Juni 1948 bis 31. Dezember 1949 und für die Kalenderjahre 1950 und 1951 vor. Für die drei Geschäftsjahre ergab sich nach dem Stande per 31. Dezember 1951 ein Gesamtverlust von 4,65 Mill. DM.

Die nach verschiedenen Provisorien erst Ende 1951 normal gebildeten Gesellschaftsorgane fanden ein Unternehmen "in ganz exzeptioneller Lage" vor. Krieg, Demontage und Währungsumstellung hatten Verluste von mindestens 0,5 Mrd. gebracht. Die erhalten gebliebenen Arbeitsstätten waren weitgehend zerstört und hatten größtenteils ihre früheren Arbeitsprogramme verloren. Nur das "rücksichtslos" demontierte Stahlwerk Rath und das Werk Tegel konnten ein normales Friedensprogramm vorweisen und das Werk Düsseldorf-Derendorf wenigstens auf Fertigungen zurückgreifen, die der Gesellschaft aus eigener Betätigung nicht grundsätzlich. fremd waren. So wurde in Tegel und Derendorf mit dem Wiederaufbau begonnen, in Tegel unter Einsatz erheblicher ERP-Mittel, während der Anlauf in Derendorf lange Zeit ausschließlich mit eigenen bescheidenen Mitteln finanziert werden mußte. über diese Schwierigkeiten hinaus war die Gesellschaft mit einer fast unübersehbaren Masse in- und ausländischer Verpflichtungen aus der Zeit des Krieges und der Demontage belastet, deren Gegenwerte überwiegend verloren sind. Selbst die hohen Altverpflichtungen, die in Zusammenhang mit den zu neuer Arbeit eingesetzten Werken, den jetzigen hundertprozentigen Tochtergesellschaften Borsig AG und Rheinmetall AG, standen, mußten bei der Muttergesellschaft verbleiben. Der Bericht bezeichnet dies als die einzige Möglichkeit, um klare Verhältnisse für die Aufnahme von ERP- und Remontage-Krediten zu schaffen. Die schwerste Folge der erwähnten Altverbindlichkeiten ist deren Auswirkung auf die Liquiditätslage. Durch den Ausfall der hohen Forderungen an die ehemalige Wehrmacht, also das Reich, und die ungünstige gesetzliche Umstellung mancher Verbindlichkeiten im Verhältnis 1:1 wurde die Lage in das volle Gegenteil verkehrt. Der Bericht bezeichnet als besonders wichtige, Aufgabe, weitere noch, vorhandene, aber zur Zeit brachliegende und im jetzigen Zustand unverwertbare Anlagen zu reaktivieren. Die geeignetste und wichtigste Möglichkeit dieser Art ist die Reaktivierung des Stahlwerkes in Düsseldorf-Rath. Nach den Wiederaufbauplänen würde dort in der früheren, nur völlig modernisierten und in Einzelheiten des Programmes umgestellten Form eine Friedensproduktionsstätte erstehen, die sich nach übereinstimmenden Ansichten öffentlicher, und privater Stellen in das Gesamtprogramm des Aufbaues und der Modernisierung der Stahlindustrie hervorragend einpassen würde, ohne andere Vorhaben zu beeinträchtigen. Die Gesellschaft betont jedoch, daß sie zu einem solchen Wiederaufbau aus eigenen Mitteln zur Zeit nicht in der Lage ist. Der Rechnungsabschluß für 1952 ist nahezu fertiggestellt? er wird wieder mit einem Verlust abschließen. Von den Tochtergesellschaften ist u. a. zu erwähnen, daß die Borsig AG, Berlin-Tegel, in 1953 mit einem erheblichen Auftragsbestand hineinging, der sich bis jetzt auf annähernd gleicher Höhe hielt. Die Beschäftigungslage ist stabil. Verlauf und Ergebnis des Jahres 1953 können zuversichtlich beurteilt werden. Bei der Rheinmetall AG, Düsseldorf, ist der vor allem auf dem Büromaschinengebiet sehr kostspielige Anlauf noch nicht voll beendet. E.

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Größter Hochofen Europas angeblasen. Die Westfalenhütte AG in Dortmund hat am 4. Januar nach einjähriger Bauzeit ihren sechsten Hochofen angeblasen, der mit 76 m Höhe und einem Gestelldurchmesser von 8,5 m die bisher größten Ofen Europas in Großbritannien noch übertrifft. Bei einem Tagesverbrauch von 3500 t Erz, Koks und Zuschlägen, der der Ladung von rund 170 Eisenbahnwaggons entspricht, wird der Ofen monatlich 30 000 t Roheisen erzeugen.

Münchner Rück: etwa zwei Drittel des Vorkriegsgeschäftes erreicht. Der größte deutsche Rückversicherer, die Münchener Rückversicherungsgesellschaft, wurde laut GB 1948/52 von dem Krieg und seinen Folgen schwer betroffen. Nach Verlust des Geschäftes und des Vermögens in den Ostgebieten und im Ausland konnte man erst ab Herbst 1950 an den Wiederaufbau des Auslandsgeschäftes gehen. Dabei hat das außereuropäische Geschäft den Vorkriegsumfang überschritten. Die Prämieneinnahme übersteigt mit etwa 250 Mill. DM im laufenden Jahr (30. Juni) die von 1938 (217,8 Mill. RM). Dies entspricht unter Berücksichtigung des Preisindex etwa zwei Drittel des damaligen Umfangs. Von den 1951/52 (in Mill. DM) ausgewiesenen 18,8 (Vorjahre 141,3 bzw. 116,5) Prämieneinnahmen entfielen an eigene Rechnung 161,2 (124,8 bzw. 105,7). 1948/50 schloß mit 0,8 Verlust, der aus dem Gewinn von 1950/51 voll gedeckt wurde. 1951/52 wurde 2,1 Gewinn einschließlich Vortrag 2,2 erzielt. Daraus gewährte die HV für 1951/52 eine Dividende von 6 v. H. auf das 7:3 auf 15,0 umgestellte AK. Für 1952/53 rechnet man wieder mit einem befriedigenden Uberschuß. Das Kalenderjahr 1953 verlief zufriedenstellend. Der Wiederaufbau der Gesellschaft dürfte mit 1953 zu einem gewissen Abschluß gekommen sein.

Dykerhoff lieferte 1953 eine Mill. t Zement. Das Werk Wiesbaden-Amöneburg der Dykerhoff-Portland-Zement-Werke AG, lieferte Silvester 1953 die einmillionste Tonne Zenent der Jahresproduktion 1953 aus. Damit erreichte das Werk in 1953 eine Rekordproduktionsziffer, die bisher in seinem fast neunzigjährigen Bestehen noch nicht erzielt worden ist. Der Exportanteil an der Produktion betrug 1953 rund 120 000 t. Die Leitung des Werkes kündigte für 1954 eine weitere Produktionssteigerung an.

Neuer AR und Vorstand bei Jurid. In der HV ist der AR neu gebildet worden. Den Vorsitz des AR hat Berthold von Bohlen und Halbach, Essen, übernommen. RA Dr. Wiedemann, bisher AR-Vorsitzer, wurde zum stellv. Vors. gewählt. Herr Bobe ist dem AR als Belegschaftsvertreter beigetreten. Der Vorstand ist wie folgt neu gebildet worden: Dipl.-Kfm. Rudolf Ronneberger, Dr.-Ing. Paul Kraft (stellv.), Dipl.-Ing. Helmut Dreßler (stellv.). Im Zuge der bevorstehenden Fusion der Kirchbachsche Werke AG mit. der Kurbelwellenwerk G.m.b.H. in Glinde wird der Vorstand noch durch Wilhelm Schmidt (stellv.) erweitert werden.