Während sich Jerusalem rüstet, die Dreitausendjahrfeier der Davidischen Eroberung zu begehen, ist kürzlich der erste datierte Gegenstand dieser Epoche auf den Schlachtfeldern entdeckt worden, auf denen König David seinen entscheidenden Sieg gegen die Philister gewann. Der Landwirtschaftslehrer Arie Wittenberg nahm an einem Novembernachmittag seine Schüler in das Versuchsfeld der Schule im Süden Jerusalems mit. Die Schüler waren eifrig dabei, ein Stück Land zu entsteinen. Der Lehrer arbeitete selbst mit und zögerte, einen Stein auf den Haufen zu werfen, als er seine merkwürdige Form in der Hand fühlte. Dieser Stein war nichts anderes als das erste Relikt der biblischen Schlacht von Rephaim, das jemals in diesen Feldern gefunden wurde, wo David die Philister schlug. Es ist ein abgestoßener Terracotta-Skarabaeus von ungewöhnlicher Größe (7:4,5 cm) in der typischen rauhen Ausführung Philistaeischer Skarabaen. Die hieroglyphische Inschrift auf der flachen Unterseite ist ganz klar, tief geschnitten und leicht zu lesen: Sie zeigt die Doppelkartusche eines Romassidischen Pharaos der zwanzigsten Dynastie mit allen Ehrentiteln Ägyptischer Majestät. Vier Vertiefungen zeigen, daß der große Tonkäfer ursprünglich von den Klauen eines Siegesgriffes gehalten war.

Die berühmte Inschrift von Medinat Habe berichtet, daß Rameses III., Gründer der zwanzigsten Dynastie, im zwölften vorchristlichen Jahrhundert die "Völker der See" besiegte, die in Ägypten eingefallen waren. Diese Seevölker, unter denen die Kretischen Philister erwähnt sind, waren Pelasgische Griechen, welche die Jonische Wanderung und der Zusammenbruch des Minoischen Reiches von den Inseln vertrieben hatten. Rameses III. siedelte die besiegten und versöhnten Philister im Süden Palästinas an. Sie dienten dort als halbunabhängige Grenzerarmee, die Ägyptens syrische Besitzungen gegen die Ausbreitung der Hebräer schützte. Die Feldzüge der Philister gegen Samsons Partisanen und das junge hebräische Königreich wurden auf Befehl des Pharaonischen Generalstabs unternommen. Ausgrabungen haben bewiesen, daß ägyptische Gouverneure in allen Philistäischen Garnisonen amtierten. Ägyptische Inschriften erwähnen als ägyptische Siege, was die Bibel nur als Kriege der Philister kennt. Nach der vernichtenden Niederlage von Rephaim waren die Philister kein militärischer Faktor mehr. David verwandte zahlreiche Philister, ebenso wie die Hititer, deren große Zeit auch vorüber war, als Söldner in seinen späteren Kriegen.

Wir wissen von zählreichen Grabungen, daß diese Urgriechen keine eigene Schrift hatten. Ihre spärliche Korrespondenz wurde in Keilschrift oder demotischen Ideogrammen geführt und mit ägyptischen Skarabaen gesiegelt. Derart kann angenommen werden, daß der Philistäische "Seren" (ein Titel, der den gleichen Stamm wie "Tyrannos" hat), der bei Rephaim die verlierende Seite kommandierte, seine Befehle mit einem großen Skarabaeus siegelte, der die offizielle Doppelkartusche seines Kriegsherrn trug.

Die Annahme, daß Mr. Wittenberg eine "A.O.K. Stampiglie" gefunden hat, die bei der Flucht von Rephaim verloren wurde, ist keineswegs weit hergeholt. Mit voller Sicherheit kann aber gesagt werden, daß der "Wittenberg-Skarabaeus" die älteste datierte Antik" darstellt, die jemals in Jerusalem gefunden wurde. Theodor F. Meysels