Keine Illusionen

Etwa 50 Prozent der russischen Bevölkerung sind nach den Aussagen eines Heimkehrers aus dem berüchtigten sibirischen Arbeitslager Workuta mit dem kommunistischen Regime zufrieden. Heimkehrer Müller gewann diesen Eindruck aus Gesprächen mit russischen Zwangsarbeitern und aus Briefen, die diese von ihren Familien erhielten. Die Gegner des Regimes, so sagte er, wagten aus Angst vor Strafe nicht zu sprechen. Ein Russe, der in einem Trinkspruch Stalin zum Teufel gewünscht habe, sei zu 25 Jahren Zwangsarbeit verurteilt worden. Im übrigen gehe es den teilweise mit ihren Familien zwangsweise in Sibirien angesiedelten russischen Gefangenen noch erheblich schlechter als den Deutschen, die wenigstens feste Arbeitszeiten hätten und bei Krankheiten und Verletzungen von ihren Kameraden gepflegt würden und leichtere Arbeiten zugewiesen erhielten.

Zum Gesundwerden verurteilt

Das Amtsgericht Darmstadt hat die psychotherapeutische Behandlung einer jugendlichen Gesetzesbrecherin angeordnet. Die Angeklagte hatte sich des Vergehens der "Vortäuschung einer Straftat" schuldig gemacht. In der Urteilsbegründung heißt es: "Die Angeklagte ist psychisch krank. Dies beweisen ihre Selbstmordversuche. Diese Krankheit hängt nach Überzeugung des Gerichts mit ungewöhnlichen Schwierigkeiten in der Reifezeit zusammen. Sie ist mit irgendwelchen Komplexen behaftet, die gelöst werden müssen. Eine Einsperrung würde das Übel aber nicht beheben, sondern nur verschlimmern und wahrscheinlich wieder Selbstmordgedanken in der Angeklagten erzeugen."

Etwas viel verlangt

Der Friedensvertrag mit Österreich müsse zurückgestellt werden, bis die Wiedergutmachungsansprüche der unter der nationalsozialistischen Regierung in Österreich verfolgten Juden von der Regierung anerkannt worden seien. Mit dieser Forderung wollen die in Genf ansässigen Welt-Judenorganisationen an die Teilnehmerstaaten der Berliner Konferenz herantreten. Die Verhandlungen zwischen den Juden und der österreichischen Regierung über die Einführung eines Wiedergutmachungsgesetzes sind vor kurzem abgebrochen worden.