Der Vorstand der Farbwerke Hoechst AG. erstattete in einer AR-Sitzung einen vorläufigen Bericht über 1953. Der Umsatz erhöhte sich gegenüber dem Vorjahr um 29 v. H., Das Auslandgeschäft erforderte wegen der schwierigen handelspolitischen Lage verschiedener Absatzländer und der auf warenzeichenrechtlichem Gebiet vielfach noch nicht beseitigten Kriegslagen besondere Anstrengungen. Der Export konnte jedoch um 58 v. H. gesteigert werden und hat damit einen Umsatzanteil von 35 v. H. erreicht. Der Gesamtumsatz einschl. der Tochtergesellschaften betrug rd. 940 Mill. DM und überstieg damit den 1952 erzielten Umsatz um 23 v. H. In diesen Zahlen ist der Umsatz der Wacker Chemie GmbH, in München, an der die Farbwerke Hoechst AG. wesentlich beteiligt ist, nicht enthalten. Das Unternehmen und seine Tochtergesellschaften investierten im abgelaufenen Geschäftsjahr rd. 80 Mill. DM. Die Belegschaft der Farbwerke Hoechst AG. und ihrer Tochtergesellschaften zählte am Jahresende rd. 28 500 Arbeitnehmer, das sind rd. 2300 Personen mehr als zu Jahresbeginn. Da die weitere Umsatzentwicklung günstig beurteilt wird, beabsichtigt das Unternehmen, seine Investitionspolitik vor allem auf den Gebieten der Antibiotika, der elektrochemischen Industrie, der Kunststoffe und Folien und der vollsynthetischen Fasern fortzusetzen. Über die zu erwartende Dividende konnte noch nichts Endgültiges gesagt werden. Es ist jedoch damit zu rechnen. daß das Unternehmen, das für 1952 eine Dividende von 4 v. H. gezahlt hat, für 1953 eine höhere Gewinnausschüttung vornehmen wird. Der AR bestellte Dr. Ernst Engelbertz, bisher stellv. Vorstandsmitglied, zum ordentlichen Mitglied des Verstandet und Dr. Emil Thiel zum stellv. Vorstandsmitglied,

Bergbau AG Constantin der Große gegründet. Am 19. Januar wurde in Bochum die "Bergbau AG Constantin der Große" auf Grund des alliierten Gesetzes Nr. 27 und in Durchführung der alliierten Anweisungen über die Entflechtung von Vermögenswerten der Firma Friedr. Krupp gegründet. In die neue Gesellschaft wurde das Bergbauvermögen der Gewerkschaft Vereinigte Constantin der Große in dem von den Alliierten angeordneten Umfange eingebracht. Die neue AG wurde mit 25 Mill. DM Grundkapital ausgestattet. Außerdem gibt die Gesellschaft einfache, dinglich nicht gesicherte 6-v.-H.-Schuldverschreibungen im Betrage von 20 Mill. DM aus. Darüber hinaus verbleiben noch Rücklagen, insbesondere im Hinblick auf den Lastenausgleich, von weiteren 45 Mill. DM.

In der AR-Sitzung der Frankfurter Hypothekenbank konnte der Vorstand über eine günstige Geschäftsentwicklung für das abgelaufene Jahr berichten. Insgesamt wurden 1953 einschließlich der 7c-Darlehen rund 141,5 Mill. DM Darlehen neu bewilligt und rund 133 Mill. DM Darlehen ausgezahlt. An Pfandbriefen und Kommunal-Schuldverschreibungen konnten rund 114 Mill. DM abgesetzt werden. Der Umlauf hat sich damit auf 265 Mill. DM erhöht, die Bilanzsumme stellt sich auf 340 Mill. DM. Mit der Zahlung einer Dividende in angemessener Höhe, erstmals für 1952, kann gerechnet werden.

Exportanteil der Victoria Werke AG, Nürnberg, gestiegen. Nach Mitteilung der Firma konnte sie 1953 ihren Umsatzin Fahrrädern um 14 v. H. gegenüber dem Vorjahre erhöhen. Starkes Interesse bestand für Sporträder mit Viergang-Schaltung. Das Geschäft in Motoren und Motorfahrzeugen entwickelte sich während der gleichen Zeit günstig 58 v. H. dieser Produktion wurden in rund 60 Länder exportiert.

Krypton-Lampen billiger. Mit Wirkung vom 15. Januar hat die Osram GmbH. KG. die Preise für Krypton-Lampen gesenkt.

Veith-Gummi erwartet für 1953 höheren Ertrag. Nach den Darlegungen des Vorstandes der Veith-Gummiwerke AG, Sandbach bei Höchst i. O., auf der HV in Frankfurt/M. lag der Umsatz im Geschäftsjahr 1953 nach Stück und Gewicht über dem Vorjahr, so daß mit einem etwas besseren Ergebnis zu rechnen sein dürfte als 1952. Die HV, auf der 5,64 Mill. DM von nom. 6,0 Mill. DM AK vertreten waren, darunter 2,25 Mill. DM in Eigenbesitz, genehmigte den Abschluß für 1952 mit wieder 6 v. H. Dividende.

Auf der HV der Nord-Deutsche Versicherungs-Gesellschaft, Hamburg, auf der von dem 5 Mill. RM betragenden AK 3,2 Mill. RM vertreten waren, wurden die Gewinn- und Verlustrechnungen für das Geschäftsjahr 1947 und für das Rumpfgeschäftsjahr vom 1, Januar bis 20. Juni 1948 sowie die RM-Schlußbilanz gebilligt. Vorstandsmitglied Walter G. Schües bedauerte, daß Angaben über das neue AK der Gesellschaft noch nicht zu machen sind, weil die Aufsichtsbehörden die Umstellungsrechnung erst prüfen und bestätigen müssen. Wie er ausführte, ist etwa im Spätherbst mit der Vorlage der DM-Eröffnungsbilanz und vielleicht auch der Folgebilanz per Ende 1949 zu rechnen. Das Geschäftsjahr 1948/49 ist im allgemeinen befriedigend verlaufen, wenn auch die Haftpflichtbranche und die Kfz-Branche mit Verlusten gearbeitet haben. Es wurde betont, daß die Gesellschaft wie in der Vorkriegszeit an allen bedeutenden Reederei-Policen – zum großen Teil führend – beteiligt ist. Die Prämieneinnahme belief sich 1953 auf rund 19 Mill. DM, während sie 1938 aus dem gesamtdeutschen und auch aus dem umfangreichen Auslandsgeschäft nur 16,7 Mill. DM erreichte. Soweit übersehbar, sind die seit der Währungsreform abgelaufenen Geschäftsjahre ausgeglichen und Verluste daher nicht zu befürchten. Infolge der hohen Körperschaftsteuer können aber Dividenden noch nicht erwartet werden. Die Neuwahl des AR hatte auf der Aktionärsseite folgendes Ergebnis: Erich Bechtolf (Vorstandsmitglied der Norddeutsche Bank AG), Hamburg, Dr. Rudolf Brinckmann, Dr. Erich R. Prölss, Ascan Hugo Brandt, Paul L. Lorenz-Meyer und Alwin Münchmeyer; von der Arbeitnehmerseite wurden in den AR entsandt: Walter Kalas, Otto Merkel und Erich Walter Plaas.